Von Google-Traffic zu MCP-Servern: Als Perplexity bei Statista anklopfte | Marc Berg, Statista
Was passiert mit einem Geschäftsmodell, das auf 30 Millionen Google-Besuchern im Monat aufgebaut ist, wenn plötzlich niemand mehr klickt, weil die Antwort direkt im LLM entsteht? Warum bringt es nichts, allen Mitarbeiter:innen KI-Tools zu geben und stolz auf die Token Usage zu schauen? Und wieso könnte das frei crawlbare Internet, wie wir es kennen, bald Geschichte sein?
Zu diesen und weiteren Fragen spreche ich in dieser Episode von „AI to the DNA", dem Podcast für alle, die Künstliche Intelligenz wirklich verstehen und anwenden wollen, mit Marc Berg. Marc ist seit 2024 CEO von Statista und hat das Unternehmen von den Gründern übernommen – zuvor führte er unter anderem FREENOW und Klarna DACH. Mit rund 1.000 Mitarbeiter:innen baut er Statista gerade radikal um: weg von der Plattform, hin zum Daten-Asset für die KI-Ära.
Wir sprechen darüber, wie Statista seinen „What the fuck"-Moment mit ChatGPT 3.5 erlebte, warum Trainingsdaten und Crawlable Data zwei völlig verschiedene Bedrohungen sind und wieso Statista heute nur noch vier Prozent seiner Daten für Google sichtbar macht – und Perplexity deshalb von selbst anklopfte.
Außerdem diskutieren wir, wie man KI im Unternehmen wirklich zum Laufen bringt: mit einer Top-down-Analyse der Wertschöpfungskette statt Gießkanne, mit vollautonomen Teams, die wie Mini-Startups agieren, und mit Evals, die die Antwortqualität um 15 bis 20 Prozentpunkte heben. Marc erzählt, warum er als CEO am Wochenende selbst die Recruiting-Seite nachgebaut hat und wie zwei Mitarbeiter ein sechsstellig teures SaaS-Tool durch einen Eigenbau für 250 Dollar Tokens im Monat ersetzt haben.
Darüber hinaus geht es um das große Bild: die drei Layer des KI-Marktes – Data, Intelligence, Access –, die Frage, ob Agents bald die größten Datenkonsumenten werden, und warum Europa bei Foundation Models nichts zu bieten hat. Zum Schluss wird es persönlich: Was sagt man einem Sohn, der frisch nach dem Abitur fragt, wofür er überhaupt noch Physik studieren soll?
Hier bei AI to the DNA will ich, Christoph Magnussen, tiefer in die Materie KI eintauchen. Mich interessiert nicht nur, wie man KI nutzt, sondern warum sie so funktioniert, wie sie funktioniert. Mit AI to the DNA gewinnt ihr Einblicke in die Natur der Künstlichen Intelligenz und erfahrt, wie sie Teil eurer DNA wird. So werdet ihr von neugierigen Tool-Tourist:innen zu echten AI-Anwendungsweltmeister:innen.