Matthias Lehna Gast

Matthias Lehna

Director, Quantum System

Erscheint in 1 Folge

#9

Donbass statt Silicon Valley: Wo die Zukunft der KI-Drohnentechnologie wirklich entschieden wird | Matthias Lehna, Quantum Systems

Was passiert, wenn sich Hightech-Drohnen, KI und der brutal reale Krieg in Europa treffen – und nicht im Silicon Valley, sondern im Donbass entwickelt werden? In dieser Folge von „AI to the DNA“ spreche ich mit Matthias Lehna von Quantum Systems darüber, wie sich Drohnentechnologie und KI im ukrainischen Krieg tatsächlich bewähren müssen und warum das viele unserer Annahmen über Innovation auf den Kopf stellt. Matthias war 13 Jahre Offizier bei der Bundeswehr, ist heute bei Quantum Systems für Business Development, Government Relations und das Ukraine-Geschäft zuständig und pendelt regelmäßig zwischen Berlin und Kyjiw.Wir sprechen darüber, warum GPS in der Ukraine längst keine verlässliche Größe mehr ist, wie Drohnen mit KI on edge überleben müssen und wieso kurze Iterationszyklen wichtiger sind als der perfekte „Lab-Prototyp“. Matthias erzählt, was es heißt, wenn eine Firma über die Feiertage Antennen-Setups und Redundanzsysteme umbaut, damit ihre Systeme in einem GNSS-denied Environment überhaupt noch fliegen – und warum im Feld oft nicht „mehr KI“, sondern ganz simpel „better material“ die richtige Antwort ist. Es geht um Millionen Low-Cost-Multicopter, hochspezialisierte Aufklärungsdrohnen, die Rolle der Ukraine als eigentlichem Innovationslabor für unbemannte Systeme und darum, warum „The future is unmanned“ vor allem eine Frage von Skalierung, Verfügbarkeit und Human-in-the-Loop ist.Außerdem reden wir – wenige Wochen bevor es die Militär- und Security-Elite bei der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) macht – über Europa: Warum wir uns mit unserer Mischung aus Risikoaversion, regulatorischen Hürden und ausgelagerter Produktion selbst im Weg stehen, gleichzeitig aber einen „Sweet Spot” zwischen Washington und Donbass haben, den weder die USA noch die Ukraine so nutzen können. Matthias erklärt, wie junge Ingenieur:innen heute mit ganz anderem Purpose in Dual-Use-Firmen gehen, was die Bundeswehr aus der Drohnendebatte der letzten Jahre lernen muss und wie sich eine Organisation verändert, wenn Entwickler in Kyjiw während eines Air Raids mit dem Laptop in den Shelter laufen – und Kolleg:innen in Deutschland wissen, dass ihr Code darüber entscheidet, ob ein System morgen einsatzfähig ist oder nicht.