Bei uns geht's nicht darum, dass wir die schlausten KI Forscher sind, sondern dass unsere KI die schlauste KI Forscherin wird. Wir sind, wie Du sagtest, schon nur circa 30 Leute, aber die haben Outputs, als wären wir mehrere 100 Leute. Ich glaub, das Wichtigste für Deutschland ist einfach, dass dass Deutschland wieder mehr mitmachen muss. Alle Kurven gehen so steil nach oben, dass man sich wirklich irgendwann an Kopf greift und fragt, warum verstehen die Menschen nicht, dass wenn eine Funktion so steil nach oben geht, die weiterhin nach oben gehen wird?
Christoph Magnussen:Dr. Richard Socher. Das ist der viertmeist zitierte KI Forscher der Welt. Und er hat den Begriff prompt engineering erfunden tatsächlich. Das kommt von ihm.
Christoph Magnussen:Das Spannende ist, er ist Linguist und Computerscientist. Er macht das nicht nur theoretisch, er hat Firmen gegründet. you.com, mittlerweile über 1,5 Milliarden Bewertungen und, und jetzt wird's richtig spannend, 30 Mitarbeitende bei Recursive Superintelligence, 30 mit 1 Bewertung von fast 5 Milliarden US Dollar. Jetzt gerade seit 4 Wochen ausm Stealth Mode raus. Er ist hier im Podcast zu diesem Thema, wo es darum geht, nicht einfach nur einen Chatbot zu bauen, der hilft, Marketing, Vertrieb und ein paar Powerpoints besser zu machen, sondern eine Intelligenz zu bauen, eine AI zu bauen, die sich selber weiter verbessert.
Christoph Magnussen:Denn das ist der große Hebel in der Zukunft. Für mich geht diese Folge auf den Kern von AI to the DNA. Und normalerweise fliegen wir immer hin und treffen jemanden vor Ort. Das war diesmal nicht möglich, trotzdem möchten wir euch diese Insights geben. Und deswegen haben wir hier ein Set-up aufgebaut, das Ganze remote zu machen und haben Richard bequatscht, das auch genauso mit uns umzusetzen.
Christoph Magnussen:Und es ist eine sehr geile Folge geworden, deswegen taucht ein AI to the DNA, here we go. Eine Folge AI to the DNA, Richard, ich freu mich sehr, sehr, sehr lange drauf. Wir haben beim letzten Mal ja eine On the Way to New Work Folge aufgenommen. Da musste ich technisch bisschen runtergehen und dann sagtest Du, Du hast was in Planung. Und das ist jetzt quasi aus dem Stealth Mode auch noch live gegangen.
Christoph Magnussen:Ich glaub, wir haben vor über Jahr gesprochen. Die Folge ist vor ziemlich genau einem Jahr live gegangen. Jetzt gib mal die 30 Sekunden, was ist in dem Jahr passiert?
Dr. Richard Socher:Ja, wir haben ich haben eine neue Firma gestartet. you.com und AIX geht es weiterhin sehr gut und sie wachsen sehr schön. Aber ich hatte einige Ideen, rekursive, sich selbst verbessernde Superintelligenz zu entwickeln und habe dann glücklicherweise 7 weitere Mitbegründer dafür auch begeistern können. Wir haben dann zusammen Recursive gestartet und haben ja einiges an Fundraising gemacht, weil die Vision ist ja groß und die Pläne und da braucht man dann halt auch einiges.
Christoph Magnussen:Mal für das mal in Zahlen einzuordnen, für die, die jetzt zuhören und sagen, was kann ich mir darunter vorstellen, ihr seid fast 5 Milliarden wert mit 30 Mitarbeitenden. Und Du hast es gerade gesagt, ihr seid 8 Cofounder. Worüber wir reden müssen. Das erste, was wir aber direkt mal besprechen müssen und ich will auch nachher noch was zu you.com fragen, aber das erste, was mich noch mal interessiert, hattest es mir beim letzten Podcast schon mal gesagt, dass sich selbst verbessernde AI nicht dasselbe ist wie rekursive, selbst verbessernde Intelligenz. Kannst Du die beiden Sachen einmal sauber auseinanderdividieren für Leute, die sagen, I don't get it?
Dr. Richard Socher:Alles das Gleiche, ja, gerne. Es sagen auch hier viele, die theoretisch besser es wissen müssten, Recursive Self Improving Superintelligence. Das ist, sag ich mal, der heilige Gral. In dem Fall realisiert die KI, wo was ihr noch fehlt. Was sind ihre Schwächen?
Dr. Richard Socher:Und versucht dann selber, diese Schwächen an sich selbst zu verbessern. Man kann aber auch automatische Forschung machen und self improven im Sinne von bei sich selbst statt an sich selbst Dinge Die KI kann jedes Softwareprodukt sich anschauen und sagen, oh, hier und so und so könnten wir dieses Softwareprodukt verbessern. Und wenn man eine KI hat, die die Recursive Superintelligenz, die kann andere KIs, andere Softwareprodukte und andere auch in der Zukunft wahrscheinlich biologische Proteine, Medikamente und so weiter verbessern und entwickeln. Aber das sind alles, das ja, da mal dabei verbessert sich die KI nicht selber, aber sie kann selber Dinge verbessern, die nicht sie selbst sind. Also wenn Mensch anderen Menschen heilt oder 'n Gebäude repariert, dann hat sich Gebäude verbessert und der Mensch macht das selber, aber er hat sich dadurch selber nicht seine DNA verbessert.
Christoph Magnussen:Das wäre das Gedanken. Ja, okay. Und und das ist der Kernunterschied. Das heißt, wenn ich's richtig verstehe, wenn man jetzt mal das vergleicht, ihr seid, glaube ich, ähnlich hoch bewertet wie Anthropic am Anfang. Also mit Anzahl Mitarbeiter zu Bewertungen ähnlich krass.
Christoph Magnussen:Und Anthropic ist sehr stark gegangen auf, wir gehen auf Code, einen Hebel zu haben, weil sie wussten, alles wird mit Code im Moment gebaut, haben diesen Hebel genommen. Du wählst jetzt noch eine Ebene oben drüber, weil Du jetzt den viel grundlegenderen Hebel wählst, daran anzusetzen. Kann man
Dr. Richard Socher:das so ungefähr? Ich meine, am Anfang hat sind natürlich theoretisch eine Public Benefit Corp, an KI Sicherheit zu forschen. Sie haben dann auch Claude gestartet, das war auch ein Chatbot, ähnlich wie ChatGPT, haben dann ihre APIs an andere gegeben und einer der größten Kunden von ihnen war Cursor. Ja. Und die sie haben dann gesehen, wow, sehr, sehr großer Teil von unserem Umsatz kommt von dieser einen Firma.
Dr. Richard Socher:Mhm. Was machen die eigentlich? Programmieren, vielleicht sollten wir das auch machen, haben sie dann abgestellt und dann ein Konkurrenzprodukt auf den Markt gebracht. Und Claude Code ist echt sehr, sehr gut. Und das Tolle ist, im Englischen ist es noch schöner und kürzer, AI ist Code, AI kann Code.
Dr. Richard Socher:Also AI ist eine in Programmiersprache geschrieben und kann jetzt auch selber Programmiersprachen schreiben und selber programmieren. Also es ist Programmcode und sie kann programmieren und dass diesen Zyklus ist dieser Zyklus ist sehr, sehr, sag ich mal, durch ist eine große, Big Milestone den sie da geschafft haben. Natürlich kann Codex auch programmieren, viele andere Large Language Models, auch GLM 5.2 kann sehr gut programmieren. Und das sind in der Tat wichtige Voraussetzungen, damit die KI sich rekursiv selber dann verbessern kann.
Christoph Magnussen:Du hast beim letzten Mal, wir sind bei einer Frage beim letzten Mal hängen geblieben, da habe ich dich, glaube ich, gefragt, wenn Du Endlosmittel hättest, welches Datenset würdest Du noch mal überarbeiten, dann mit dem zu arbeiten? Da hast Du gesagt, wenn Du das jetzt erzählen würdest, weiß jeder sofort, wo man an der Arbeit ist. Könntest Du das jetzt beantworten oder immer noch nicht?
Dr. Richard Socher:Programmieren ist ist großer Teil davon.
Christoph Magnussen:Okay. Und damit zusammenhängt ja auch das Thema Compute. Das ist ja etwas, was Anthropic nicht so krass planen konnte, weil sie denn ja so krass gewachsen sind. Also ich glaub statt Faktor 10 Faktor 80, also wirklich massiv, Cursor, same thing, jetzt quasi bei SpaceX mit drin als größte GPU Engine, die da momentan läuft. Welche Rolle spielt bei euch jetzt momentan im Team Compute?
Christoph Magnussen:Weil Du hast ja, wie ich dich richtig verstanden hab, beim letzten Mal auch schon noch den Punkt, dass Du sagst, hey, Compute is not everything. Du musst viel grundlegender anfangen, aber ganz ohne geht es ja auch nicht.
Dr. Richard Socher:Auf jeden Fall. Das ist eine im logischen Sinne notwendige, aber nicht ausreichende Bedingung für die KI. Wir brauchen viel viel Compute und ein Großteil von unserem Funding, unsere Investitionen geht auch in den Compute rein, denn bei uns geht's nicht darum, dass wir die schlausten KI Forscher sind, sondern dass unsere KI die schlauste KI Forscherin wird und dann an sich selbst forscht. Und da muss man natürlich am Anfang auch viel verstehen von KI, denn sonst versteht man nicht, ob sie vielleicht Reward Hacks macht oder Schnulli programmiert, der nicht wirklich funktioniert, ob sie tut als ob. Also man muss schon Ahnung haben von KI, aber das Ziel ist, dass unsere KI das selber macht und wenn sie es dann einmal selber machen kann, was wir wahrscheinlich nächstes Jahr erreichen werden, dann ist es nur eine Frage, wie viel compute geben wir ihr, damit sie dann auch wirklich was machen kann.
Dr. Richard Socher:Also man kann der schlauste Mensch der Welt sein, aber wenn man keine Bücher lesen darf, wenn man sich mit niemandem unterhalten kann und wenn man nur die Hälfte von seinem Gehirn zur Verfügung bekommt, dann ist es natürlich nicht so hilfreich, superintelligent zu sein. Also ja, der Compute wird sehr, sehr wichtiger Teil der Superintelligent sein.
Christoph Magnussen:Und was ist dein Take momentan bei dem Compute Race? Weil jetzt gerade wirkt es ja teilweise so, dass einige nicht hinterherkommen, das aufzufangen. Wenn Du nächstes Jahr ist es für euch Thema. Hast Du eine Idee, wo Du sagen kannst, wie viel krasser das noch wird, das Rennen? Oder hast Du das Gefühl, dass vom von den Zahlen, die ihr seht, sich das an anderer Stelle verbessert?
Dr. Richard Socher:Wir wir haben auch trotz unserer sehr hohen Zahlen fangen wir wirklich auch erst an dabei. Es wird bestimmt noch höher gehen nächstes Jahr. Und letztendlich ist es so son bisschen wie Autobahninfrastruktur, ne. Wenn wenn halt das ganze Land nur Holperpisten hat Ja. Und man nur 30 kilometer per stunde fahren kann, dann wird die wird die Industrie nicht sich so schnell entwickeln können, Menschen nicht so schnell hin- herkommen zur Arbeit und so weiter.
Dr. Richard Socher:Wenn man das Internet superlangsam, wenn das Internet zu langsam ist, dann kann man auch nicht gut im Internet mitarbeiten und mit anderen irgendwie telefonieren oder was auch immer. Und wenn man nicht genug Compute hat, hat man weniger Intelligenz und je mehr Intelligenz eine Land und eine Organisation zur Verfügung ihr zur Verfügung steht, desto effizienter, schneller, produktiver wird sie. Und da ist momentan ja ein sehr großer Sprung, den wir jetzt auch schon sehen. Wir sind, wie Du sagtest, schon nur circa 30 Leute, aber die haben Outputs, als wären wir mehrere 100 Leute. Und das wird alle Menschen, die arbeiten, das hab ich jetzt erst gestern Abend son bisschen pontifiziert getwittert, wenn Menschen nicht so gut sind wie die KI, dann werden sie wird es sehr, sehr schwierig sein, für sie überhaupt Job zu haben.
Dr. Richard Socher:Und man man weiß jetzt aber auch immer mehr, was die KI kann. Die Manager, die wirklich jetzt schon angefangen haben, irgendwelche Arbeiten zu KI zu delegieren, wo die KI halt sofort in 30 Sekunden hat sie Spreadsheet, in 2 Minuten hat sie komplettes Slide Deck, hat Paragrafen beschrieben, hat was recherchiert und so weiter. Das fragst Du dann gar nicht mehr jemanden und wenn der Wenn Du aber jemanden noch fragst und er macht es dann noch schlechter als die KI, dann fragst Du dich, warum ist er überhaupt eingestellt oder sie? Und auf der anderen Seite werden die Topleute, die wissen, wie man das nutzt, werden alle Manager von jetzt den KI Agents. Und wir werden immer mehr Menschen haben, die individuell ihre Arbeit machen.
Dr. Richard Socher:Und wir werden immer mehr Menschen haben, die das alles die ganze Arbeit weiter delegieren, aber evaluieren, was ist gut, was macht Sinn? Wie wie verstehe ich, was die KI macht, so, dass sie es jetzt am Ende besser machen kann? Wo macht sie immer noch irgendwo Fehler? Aber ich verstehe das genug, das Sujet. Und diese Fehler, die wenigen Fehler, die noch mit dabei sind, dann zu finden, zu korrigieren und dann immer weiter die Aufgaben an die KI zu delegieren.
Dr. Richard Socher:Und die Organisation, die Menschen, die Individuen und die gesamten Länder, die sich da reinhängen, sind besser aufgestellt für die nächste industrielle Revolution.
Christoph Magnussen:Ich hab am aufm Flug jetzt grade mich noch mal auseinandergesetzt mit der Zeit, als die Dampfmaschine gegen Elektromotor ausgetauscht wurde und fand es noch mal bemerkenswert, wenn man wirklich in die Tiefen geht und sagt, warum wurden Fabriken früher so gebaut? Weil die Welle der Dampfmaschine einmal durch die Fabrik gehen musste. Dadurch hattest Du kaum Fenster, es war sehr dunkel, sehr eng, alle mussten an dieser Welle arbeiten. Dann gab's Elektromotoren und da wurden erst die Dampfmaschinen ausgetauscht. Die Welle blieb aber.
Christoph Magnussen:Bis, ich glaube, Henry Ford und noch 1 seiner Kollegen Abicott, glaub ich, draufkam, wait a minute, Du kannst pro Ebene eigenen Motor haben. Das heißt, ich glaub, er hatte damals die Crystal Factory oder so was, hieß er es dann, weil die so viel Licht hatten durch die Fenster, jetzt deswegen dieses Industriedesign. Und da ist mir noch mal gekommen, das Problem sind ja wir, dass wir überlegen, wie müssten wir die Arbeit umorganisieren? Jetzt hast Du in deinem Team, meine ich, mit Josh jemanden dabei, der Codex mitgebaut hat bei OpenAI, wenn mich nicht alles täuscht. Ich bin heavy User in Codex heavy heavy User.
Christoph Magnussen:Mein größte Challenge momentan im eigenen Unternehmen, wir sind auch 30 Leute, wir sind allerdings nicht 5 Milliarden wert, meine größte Challenge ist, dass ich schaue, wie müssen wir unsere Teile umorganisieren, quasi Codex als Betriebsschicht drüberzulegen. So. Ja. It's super difficult. Super difficult.
Christoph Magnussen:Was denkst Du, wie lang ist der Prozess von, also so wie Du's gerade beschrieben hast, bis hin zu?
Dr. Richard Socher:Wie an vielen Stellen gibt's schönes Sprichwort. Also die Zukunft ist schon ist schon da, aber noch nicht überall gleich verteilt. Ich fahr mittlerweile auch fast überall vollautomatisiert. Ich muss nur noch ab und zu nach vorne gucken, damit das Auto nicht mich anmeckert, aber insgesamt fährt mein Tesla jetzt schon hier im Silicon Valley fast alle Strecken komplett automatisch. Und das ist auch eine Zukunft, die ist jetzt schon hier.
Dr. Richard Socher:Waymos fahren überall rum, automatische Taxis fahren rum, aber das ist noch in vielen Ländern. In vielen Ländern ist es noch nicht so der Fall. Und so wird das mit der KI auch sein. Diese Analogie ist superinteressant von den in der Tat, hab ich auch jetzt vorerst für Kurzem gelesen. Am Anfang, als die Elektrizität reinkam, hatte man halt nur den in existierenden Prozess bisschen Elektrizität rein verändert, aber man hatte noch nicht überlegt, wow, wir könnten irgendwann auch Batterien haben und dann kann jeder eine Bohrmaschine irgendwo mit der rum rumlaufen und das Arbeit machen an ganz anderen Stellen.
Dr. Richard Socher:So ähnlich ist es mit der KI auch. Man guckt sich momentan in vielen Firmen die existierenden Prozesse an und dann schaut man, okay, wo kann man welche Teile des Prozesses automatisieren? Und viele Prozesse werden sein, dass, ja, man kann es mit KI automatisieren, dann hat man vielleicht zwei bis acht der zehn Prozesse, die 'n normaler Job macht, kann man dann voll automatisieren und dann kommt neues Bottleneck ran, okay, jetzt müssen wir nur noch schauen, dass wir diese ein, zwei weiteren Prozesse,
Dr. Richard Socher:die momentan noch von den Menschen gemacht werden müssen, die sind jetzt halt das größte Problem und dadurch können wir nicht schneller wachsen. Und je nachdem, wie wie schnell man dann diese ein, 2 restlichen Prozesse auch automatisieren kann, so das ist das eine. Auf der anderen Seite kann man natürlich, wenn man jetzt eine neue Firma gründet und das ist auch 1 der unseren Gründe, 1 unserer Gründe, warum wir denken, dass wir jetzt eine Möglichkeit haben, mit diesen Riesenlabs, die ja 1000 Milliarden wert sind fast, überhaupt mitzuhalten, denn auch diese Labs wurden gegründet, bevor KI an sich selber programmieren konnte.
Dr. Richard Socher:Das heißt, auch die haben noch Prozesse. Und ja, natürlich nutzen die auch Claude Code und Codex in innerhalb ihrer Prozesse, aber sie haben trotzdem noch diese Prozesse, wo Menschen Dinge, ihre Ideen haben, dann implementieren mit oder ohne KI und dann die validieren. Aber wenn man jetzt eine Firma gründet, kann man einfach alle Prozesse, die vorher Mensch gemacht hätte, schon automatisch automatisiert starten und dadurch dann viel, viel effizienter sein als Firma.
Christoph Magnussen:Das finde ich jetzt spannend, weil wenn Du jetzt Recursive vergleichst mit you.com und Du bist CEO von beiden im Moment und Du machst ja auch beides weiter. Ihr habt Pivot gemacht bei you.com. Ihr seid jetzt deutlich mehr, ich glaub, ihr habt über 1 Milliarde API Zugriffe im Monat, glaub ich, die drüber gehen oder so was, ne. Also Riesen-, Riesen-, Riesenzahl. Heißt das, dort hast Du den Shift gemacht, Du gesagt, Du bringst AI rein in die Prozesse?
Christoph Magnussen:Oder wie wie seid ihr vorgegangen? Dann im Vergleich zu Recursive. Das würd mich mal interessieren.
Dr. Richard Socher:Ja, ich versuche jetzt auch wiederzukommen, mehr und mehr auf die die neuesten KI Ideen, Prozesse umzuwandeln und es dauert auch, obwohl wir eine coole neue Technologiefirma sind. Wir geben Suchmaschinenergebnisse an alle diese großen Sprachmodelle und Chatbots und Agents geben wir ihnen die die Suchergebnisse. Sind also mitten drin im KI Bereich, aber auch wir sind ähnlich wie alle anderen Firmen der letzten Jahre, hatten angefangen, als es das noch nicht gab, als KI noch nicht programmieren konnte, weder an sich selbst noch an allen anderen Sachen. Und jetzt ja, auch auch you.com verändert sich, wird effizienter. Und dann muss man sich auch über
Dr. Richard Socher:irgendwann überlegen, was kann denn eine KI nicht einfach videcoden für einen?
Dr. Richard Socher:Zum Beispiel alle Software, die vor allem Oberflächen sind, das wird die KI machen kann. Hier ist die Oberfläche, programmiert das als Webseite. Zack, hat man das nach paar Minuten. Was aber die KI nicht kann, ist zum Beispiel Netzwerkeffekte zu implementieren. Klar, Du kannst eine Instagram App implementieren, dann bist Du aber halt alleine drauf.
Dr. Richard Socher:Du musst jetzt zig Millionen Leute dazu überzeugen, auf deine Instagram Clone zu kommen. Das heißt, auch richtig tiefe Internettechnologie. Also man kann auch nicht einen Internetindex für Websuche vibecoden, weil es kostet einfach unglaublich viel. Man muss das gesamte Web crawlen,
Christoph Magnussen:man
Dr. Richard Socher:muss die Webseiten finden und so weiter. Das ist sehr, sehr viel Arbeit und das kann auch eine KI jetzt nicht über Nacht vibe coden.
Christoph Magnussen:Das heißt, Du würdest sagen, wenn Du in Richtung Moats denkst, also die Burggräben, die da sind, vergleich mal den Ansatz von der Firma you.com, wo Du quasi jetzt Sachen reingebracht hast und ihr baut jetzt neuen Moats auf über die Distribution, also 1 Milliarde API Zugriffe im Monat, das ist Clearly Moats, versus Recursive, wo ihr, wenn ich es richtig verstehe, eben über den Leverage geht und eine Wette eingeht zu gucken, kriegen wir es so viel mehr AI Native hin, dass wir die anderen Labs überholen können? Ist schon sehr, sehr unterschiedliche Geschäftsmodelle.
Dr. Richard Socher:Auf jeden Fall. Und in der Tat, es ist schwierig, das zu beschreiben. Es geht auch gar nicht darum, dass wir sie überholen, die, sondern dass wir eine KI bauen, die das dann alles für uns macht. Ja, here right. Und das ist das Interessante, dass man man kann auch, wenn man wenn man die KI richtig tief versteht und und internalisiert so als Mensch, dann realisiert man auch, dass eigentlich KI alle Menschen dazu animieren könnte und sollte Anteile an 1 Firma haben zu wollen.
Dr. Richard Socher:Weil wenn wir jetzt theoretisch gesehen, sag ich mal, nächste Woche schaffen wir's und die KI macht jetzt alles für uns und wir entlassen 25 der 30 Leute, dann haben sie alle noch Anteile an der Firma und es ist ihnen egal, ob sie nicht mehr arbeiten müssen. Die KI macht dann halt die Arbeit für einen. Das heißt, wenn man Anteilseigner ist, wenn man ein Start-up Gründer ist oder ein Mitarbeiter, der wirklich wenigstens paar Prozent Anteil 1 Firma hat, je mehr Anteile man hat, desto weniger interessiert es, ob man jetzt pro Stunde irgendwie bezahlt wird. Man hat halt Anteile und wenn die KI einen Job macht, der Geld verdient, dann verdient man dabei mit. Und wenn man das internalisiert, dann weiß man, man muss eigentlich Start-up gründen mit der KI.
Dr. Richard Socher:Weil wenn man nur pro Stunde bezahlt wird, ist es nur noch eine Frage von Zeit, bis irgendwann die Firmen so weit sind, dass man dass die KI gut genug ist, von, zu lernen können lernen zu können von den Menschen, die pro Stunde bezahlt werden und dann diese Jobs billiger als dies den Stundenlohn machen. Aber wenn man Anteile an der Firma hat, dann will man, dass die KI also weit wie möglich alles automatisiert. Als Unternehmensgründer von der GmbH würde man das lieben, wenn die KI mehr Jobs für einen macht.
Christoph Magnussen:Jetzt bist Du eigentlich nicht der der Doomsday Gründer. Du bist ja eher der Typ, der auch sagt, wenn ich's richtig im Kopf habe, dass eine Superintelligence eigentlich dabei helfen kann, beispielsweise besser in Defence zu sein, besser in Cybersecurity zu sein als umgekehrt. Das Paradox könntest Du einmal einmal erläutern und dann vielleicht einmal genau den Aspekt, den du gerade angesprochen hattest zum Thema, welche Art von Jobstruktur brauchen wir vielleicht? Es klingt jetzt gerade, klingt Gründer, Gründerin für viele wahrscheinlich so krass, aber vielleicht ist es ja gar nicht so krass, weil Du sagst, hey, Du bist simply Shareholder of any company. Vielleicht kannst Du die zwei Sachen immer auseinanderhalten.
Dr. Richard Socher:Gerne. Also das erste Ist, dass in der Tat die KI für uns Dinge automatisiert, aber es gibt zum Beispiel in der Cybersecurity natürlich Probleme, wenn sie das automatisiert, wenn sie das attackieren von Systemen automatisiert. Und da das kann kurzfristig problematisch sein. Deswegen hat momentan auch die US Regierung und und Firmen geben nicht allen Zugang zu gewissen Systemen, die sehr, sehr gut sind im attackieren.
Dr. Richard Socher:Fragt man sich natürlich, ob die jetzt wirklich die Systeme so implementieren mussten, dass sie gut im attackieren sind. Aber gut, haben sie jetzt so gemacht und dadurch attackieren sie jetzt halt sehr, sehr gut und das muss man dann natürlich sehr vorsichtig damit umgehen. Wenn man aber langfristig das sieht und man kann sehen, okay, es gibt eine große, aber endliche Zahl von möglichen Attackvektoren, in denen man sich einhacken kann in ein Computersystem oder auch in ein biologisches Zellsystem, was bestimmte Proteine auf seiner Zellmembrane hat. Wenn man weiß, das sind endlich viele, dann kann man auch schauen, dass man selber die KI nutzt, alle der endlich vielen, aber wenn auch sehr vielen möglichen Attackvektoren analysiert und dann schaut, wie man sich dagegen impft, sage ich mal im groben Sinne, sowohl für Cybersecurity Systeme als auch biologische Systeme. Und dann kann man sich ja seine Verteidigung sehr, sehr verstärken.
Dr. Richard Socher:Und das ist eigentlich unmöglich, weil die Zahl der Angriffsvektoren sehr, sehr hoch ist. Aber wenn's mit dann KI so billig ist, dass man durch alle diese endlich vielen Attackvektoren durchgehen kann, dann kann man am Ende auch die KI noch besser für die Verteidigung nutzen als momentan möglich. Das ist das eine und das habe ich aufgeschrieben Simple Mathematik auf meinem Blog. Und das 2. Ist, dass in der Tat wahrscheinlich, wie gesagt, die Zukunft ist schon hier, aber nicht überall gleich verteilt, das wird alles länger dauern, als die auch größten KI Fans momentan denken.
Dr. Richard Socher:Viele Dinge lassen sich nicht superschnell automatisieren. Viele Teile der Ökonomie, der der Wirtschaft haben auch nichts mit Intelligenz zu tun. Also man muss jetzt im Reisebusiness zum Beispiel nicht der Intelligenteste sein. Wenn die Leute nach Ägypten wollen, sich die Pyramide anzuschauen, da kann deine KI noch so gut sein. Entweder Du kommst zur Pyramide oder nicht und hast schönes Hotel oder nicht, da ist die KI, sag ich mal, peripher.
Dr. Richard Socher:Und so ähnlich ist es auch mit irgendwelchen Gucci, was auch immer Handtaschen. Das sind halt Statussymbole und Statussymbole werden Statussymbole bleiben auch mit KI oder oder KI. Es gibt viele Teile der Weltwirtschaft, die unabhängig sind von Intelligenz, aber die, die Intelligenz benötigen, Erfindungen, Mechanik, Ingenieurswesen, Biologie, Medizin, Physik, Chemie, diese ganzen Bereiche, da werden sehr, sehr viele neue Jobs kreiert werden, weil man mit KI zehnmal effizienter ist. Und das heißt, wenn man jetzt zehnmal günstiger ein Medikament auf den Markt bringen könnte als ohne KI, dann kann man auf einmal viel mehr Medikamente auf den Markt bringen. Nur Beispiel, es gibt zig Medikamente, die gewisse Krankheiten heilen, die sich aber einfach nicht rentieren für Pharmafirmen, die auf den Markt zu kriegen.
Dr. Richard Socher:Weil als Pharmafirma musst Du sagen, okay, sonst viel kostet das im Marketing, damit die Leute, die die Krankheit haben, hören, dass wir die jetzt mit diesem neuen Medikament heilen können. Das kostet uns, was weiß ich, 100 Millionen, aber die das, wenn die das dann wissen, dass wir dieses Medikament haben und das dann von uns kaufen und so weiter, können wir nur 50 Millionen Umsatz machen. Und deswegen kriegen wir das Medikament einfach nicht auf den Markt, weil das Marketing und Go to Market kostet mehr als der Umsatz. Und deswegen machen wir's nicht. Wenn wir mit KI das alles billiger machen können, dann könnte man auf einmal noch mehr Medikamente auf den Markt bringen und deswegen auch dann wahrscheinlich mehr Leute einstellen.
Christoph Magnussen:Wenn Du das jetzt übernimmst als Beispiel, bleibt ja immer noch die Frage, Du musst dich, also es wird billiger und Du musst dich trotzdem entscheiden, die großen Wetten, gibst Du sehr viel Compute drauf. Selbst wenn Du sagst, Du hast eben Recursive Ja. Intelligenz. Du brauchst immer noch eine Entscheidung. Und das wär für mich eine Frage.
Christoph Magnussen:Ich mach momentan, Du kannst es gerne mal zerlegen, wenn ich Leuten 'n Codex erkläre, mal ganz simpel, Alltag. Dann sage ich, wenn Du das nutzt als Agent, Du baust eigenen Loop, dann kannst Du ja Goals setzen, auch Claude Code beispielsweise. Damit hab ich viel rumexperimentiert. Und was ich als schwer für mich rausgefunden hab, war eigentlich genau das, was wir im Podcast haben, was Du auch gesagt hast, nämlich diese diese Decision und den Intent. Was will ich denn überhaupt mit diesem Ziel?
Christoph Magnussen:Also was gebe ich da überhaupt für Ziel rein und welche direction gebe ich damit rein? Und danach dann das bewerten, also taste und ne, decision und dann auch zu sagen, responsibility und relationship, ich steh dafür gerade. Das sind für mich die 6 Felder, ne, also intent und direction, decision taste, Responsibility und Relationship. Würdest Du sagen, die gelten immer noch, auch wenn Du Recursive Intelligence hast, weil Du eine Computeentscheidung treffen musst? Oder lösen die sich auf, weil die Intelligence am Ende die Entscheidung für dich trifft?
Dr. Richard Socher:Es geht immer, die die Abstraktionsebenen werden immer höher. Mhm. Man jetzt auch schon basiert so viel von unserer Gesellschaft darauf, dass man Dinge nutzen kann, die man nicht versteht. Die meisten Menschen könnten keinen Toaster von Null auf im Dschungel bauen. Kein Elektrizitätsnetzwerk.
Christoph Magnussen:Hab ich nie drüber nachgedacht, aber in der Tat, ja wahrscheinlich.
Dr. Richard Socher:Widerstand und so weiter. Wo kommt Elektrizität her? Wie wird die übertragen? Wie funktioniert's? Das könnten die meisten Menschen gar nicht, aber müssen sie auch nicht können und können trotzdem Toast machen.
Dr. Richard Socher:Und das ist ähnlich mit der KI, aber in der in in der Informatik, Informatik als Gebiet ist sehr, sehr gut, diese Abstraktionsebenen sehr, sehr schnell zu internalisieren, zu verstehen und dann weitere darüber aufzubauen. Mittlerweile kannst Du mit Englisch Das hatte, als ich das angefangen hab 2001 oder so, 2000 war das so viel Arbeit, eine Webseite zu kreieren und aufzubauen und dich dann interaktiv zu machen und JavaScript zu lernen und so weiter. Es war unglaublich viel Aufwand. Alles mittlerweile wegautomatisiert. Jetzt kannst Du mit Englisch.
Dr. Richard Socher:Und jetzt, als es Englisch ist, da hört irgendwann dann auch für die Informatik fast auf, die Abstraktionsebenen. Jetzt kommen alle mit in die Informatik. Das heißt, dank, weil die Informatik so gut ist, Werkzeuge zu kreieren und Abstraktionsebenen zu kreieren, hat sie jetzt geschafft, dass wir alle Informatiker sein können. Jetzt kann jeder über Englisch, über Deutsch programmieren. Und in der Tat verändert das dann natürlich die Möglichkeiten, die wir die wir alle haben.
Christoph Magnussen:Die Kritiker sagen ja, der Code sei nicht so gut und da musste hatte ich an das Zweites gedacht, hab ich im Flieger auch geschaut. Ich hab mir eine alte Lecture angeschaut von Captain Grace Hopper, die am ersten Computer mitgeschraubt hat. Das war ja der erste Computer, das wusste ich nicht, war ja Navy Computer. Also ne, das kam von der Navy Und Grace Hopper hat, sie hat vor allem auch, glaube ich, später den Compiler mitentwickelt.
Christoph Magnussen:Also sie war die erst, der es zu blöd war, mit den Nullen und Einsen, also mit den Lochkarten zu programmieren. Und dann hat sie hat sie ihr quasi gesagt, ne, Du schreibst Wort und kriegst den Code raus und gibst ihn rein. Dafür musste sie natürlich 'n bisschen was vom Speicher abzwacken. Und ihre männlichen Kollegen haben kritisiert und gesagt, das ist aber kein echtes Programmieren. Das verbraucht zu viel Speicher, das ist nicht so elegant, das schreibt nicht so schön Code.
Christoph Magnussen:Und als ich das noch mal gelesen hab, dacht ich so, das sind exakt dieselben Punkte, die Leute heute sagen, wenn sie sagen, ja, nee, Cursor macht keinen schönen Code und Opus macht das falsch und das. So, das sind die beiden Welten. Woher wissen, also welcher Teil gewinnt oder was ist der Compiler der Zukunft in deinem Bereich im im Recursive Intelligence Bereich, wo Du ja noch eine eben, hast Du ja gerade gesagt, bist ja noch eine Abstraktionsebene höher. Ja. Wie kann man sich das zusammen vorstellen?
Christoph Magnussen:Es
Dr. Richard Socher:ist eine sehr schöne Analogie und Du liebst Du würdest auch diesen Twitter-Handle sehr mögen namens pessimist archive. Ja. Die haben sehr, sehr viel beschrieben, oh, die Comicbooks ruinieren die gesamte Jugend und davor waren's die Novellen und die die ganzen, Die leiden des jungen Werther. Das zerstört die Jugend, zersetzt alles und die Welt und die Gesellschaft wird nicht mehr lange sich überleben können und so weiter. Mittlerweile sehen wir das als intellektuellen Höhepunkt der deutschen Literatur und und so weiter.
Dr. Richard Socher:Es ist mit den Chatbots jetzt auch, die Chatbots ruinieren die Kinder. Das wird alles ganz grauenhaft und die können sich danach nicht mehr benehmen. Also ja, man man sieht es an vielen Stellen und in dieser rekursiven Geschichte, da geht es wirklich immer mehr darum, genau zu definieren, was man will. Und diese diese, das nennt sich im Englischen Reward Engineering, was ist das Ziel? Wie programmiert man diese Ziel- oder Reward Funktion, damit die KI das auch richtig macht?
Dr. Richard Socher:Und da realisiert man auch häufig, ah ja, sag einfach, mach das einfach schneller. So, und wenn man sagt, na gut, mach den Code einfach schneller, dann sagt die KI, na gut, wenn ich den Code komplett lösche, dann ist er schneller. Ich hab nur noch eine Zeile von dem Code, den Du wolltest und dann war er schneller. Ich so, na ja, nee, also das sollte schneller sein, aber noch genauso gut sein. Ja, aber wie definierst Du gut?
Dr. Richard Socher:Und was sind die Funktionen, die Du wirklich von dem Code haben willst, der jetzt schneller sein soll und so weiter. Und das das wirklich zu verstehen, wie man mit KI arbeitet, das ist noch eine sehr wichtige Fähigkeit. Und das sehen wir jetzt aber auch schon, dass das immer mehr die Also das ist so interessante Superintelligenz, aber son bisschen Asperger Autist Superintelligenz. Aber die nächste Generation der Superintelligenz ist dann halt auch weniger autistisch, sage ich mal, und versteht, was Du wolltest oder wolltest oder statt das, was Du genau so gesagt hast. Zum Beispiel sehen wir das bei Whisperflow, eine App, die hier sehr populär ist.
Dr. Richard Socher:Da kann man an seinem Handy schnell diktieren und das schreibt dann auf, was man gedacht hat, aber nicht genau das, was man gesagt hat. Kann man einfach sagen, schick eine E-Mail zu meinem Chef und sag, dass ich morgen keine Zeit hab für dieses Meeting, weil ich anderes Meeting hab und der mir nicht aufn Senkel gehen soll, aber formuliere es so, dass es sehr professionell wirkt und freundlich. So. Und dann schreibt er halt eine freundliche, professionelle E-Mail, wo er aber sagt, okay, das Meeting muss gecancelt werden, wir haben anderes wichtiges Customer Meeting und so weiter. Dann guckst Du dir das an und sagst, ja genau, so dachte ich mir das, als ich es gesagt hab und schick's dir ab.
Dr. Richard Socher:Und diese, ja, das wird so die nächste Generation der KI sein. Und in der Tat, wenn man immer hört, ah, die KI kann das und das noch nicht so gut, muss man sich halt son bisschen einfach, in die Zukunft zu extrapolieren, muss man sich anschauen, wie ging es voran in den letzten paar Jahren? Und da sind alle Kurven gehen so steil nach oben, dass man sich wirklich irgendwann an den Kopf greift und fragt, fragt sich, warum verstehen die Menschen nicht, dass wenn eine Funktion so steil nach oben geht, die weiterhin nach oben gehen wird und dass nicht alles immer abflacht oder danach nach unten geht? Und ja, so wird es mit der KI auch gehen. Ich hab mir jetzt sehr viele Gedanken gemacht über die sogenannten Upper Bounds, also die Limitfunktion von Intelligenz.
Dr. Richard Socher:Und wenn man sich das überlegt, wie weit Intelligenz, wenn man sich nicht sie nicht nur anthropomorphisch sieht, sondern abstrakt, ähnlich wie Energie und potenzielle und kinetische Energie und so was. Wenn man wenn man sich die die Intelligenz so anschaut, dann dann sieht man, dass da noch so viel mehr kommen kann, dass man dass das ganz offensichtlich nicht abflachen wird. Ganz klar.
Christoph Magnussen:Da hab ich jetzt an den an den Richard, den Linguisten eine Frage, weil ich glaub, das hab ich im im vor in der Intro gesagt, Du bist eben nicht nur Computer Scientist, Du bist auch Linguist. Das heißt, Du hast ja den Begriff Prompt Engineering mitgeprägt. Wenn Du genau das, was Du jetzt gerade beschrieben hast, das Thema Intelligenz jetzt als Energie beispielsweise zu betrachten, nimmst, mir ist etwas aufgefallen, ich konnte bevor Mythos Slash Fable abgeschaltet wurde, hab ich hier so ein, 2 Nächte damit rumexperimentiert und es ist ja weggecuttet worden. Ja. Und dabei ist mir aufgefallen, dass die prompt outputs sehr information dense waren.
Christoph Magnussen:Also bei den Texten, die die Fable zurückgegeben hat, hatte ich das Gefühl, ich musste mich extrem stark konzentrieren zu lesen, was drinsteht. Als Linguist bist Du ja nun jemand, der versteht, welche Limitationen an Sprache dranhängen. Wie würde man denn in der nächsten Stufe dadurch, dass man Englisch verwendet, Slash Sprache verwendet zum prompten? Und genau das Beispiel, was Du gerade sagtest von WhisperFlow, manchmal sagst Du Dinge zwischen den Zeilen, die Du ausdrücken wolltest, manchmal vergisst Du etwas zu sagen. Welche Möglichkeiten haben wir denn, Sprachsysteme weiterzuentwickeln?
Christoph Magnussen:Weil das ist ja etwas, was Menschen gerade sagen, das hat KI geschrieben, das lese ich nicht und so weiter. Vielleicht hat's ja aber auch Vorteil, weil die KI more information dense werden könnte. Also es mir da das erste Mal aufgefallen, dass ich dachte, Du, ganz ehrlich, krass, ich muss lernen, neu zu lesen. Hab ich gar nicht drüber nachgedacht.
Christoph Magnussen:Ja,
Dr. Richard Socher:menschliche Sprache ist wunderschön und eine der wichtigsten Erfindungen unserer Zivilisation überhaupt. Die Zivilisationen, die Sprache nicht erfunden haben, sind begraben und wir wissen nicht mehr, was sie genau gemacht haben, was sie gedacht haben, warum sie untergegangen sind, warum sie mal einen Höhepunkt hatten. Und die 10.000 Jahre alten Settlements in in Nordamerika weiß niemand so genau richtig, was da passierte, weil sie nicht Sprache und geschriebene Sprache insbesondere erfunden haben. Und so schön und wichtig und mächtig Sprache ist, kann man trotzdem verstehen, dass Sprache ein sehr suboptimales Informationsmedium ist. Menschliche Sprache ist seriell und nicht parallel.
Dr. Richard Socher:Menschliches, das menschliche Gehirn kann nicht und und der Mund kann nicht verschiedene parallele Sprachstreams kreieren oder verstehen. Und eine KI könnte natürlich theoretisch nicht nur eine serielle Schnittstelle haben mit anderen KIs, sondern 30000 parallele Schnittstellen und sich parallel mit anderen KIs kommunizieren und so weiter. Das ist also Sprache ist sehr limitiert und Wörter auch. Das menschliche Gehirn versteht nur und kann nur so und so viele Wörter wirklich auswendig lernen, dass man die dann aktiv und passiv nutzen kann und verstehen kann und dementsprechend wird die KI irgendwann dann halt auch an unsere Grenzen kommen, also an so anthropische, Entropic bounds kommen. Und das ja, da irgendwann wird sich das dann vielleicht Sinn machen, uns neue Sprachen beizubringen, die noch höhere Informationsdichte haben könnten.
Christoph Magnussen:Also für für mich ist diese diese Frage und ich glaube, das wird stark unterschätzt und das ist mir auch noch mal aufgefallen in der in der compute revolution, also der der der ersten Compute revolution, wo es ja wirklich darum ging, Du Du packst eine Rechenmaschine an die an quasi die Gehirne mit dran, ne. Da konnte der auf einmal konnten vorher die NASA Mathematiker eine gewisse Sache machen. Durch den Computer konnten viel mehr Leute die bedienen. Es brauchte dann aber jemand, der diesen Computer wiederum programmieren konnte. Die Menschen, die umgelernt haben, haben das geschafft, so.
Christoph Magnussen:Sind die Programmierer geworden, die vorher die selber die Computer waren. Und mein Gefühl ist heute, dass viele denken, wir haben hier immer noch eine communication revolution, so wie Internet, wie mobil und so weiter statt compute revolution. Also was Du gerade sagst und beschreibst, geht im Kleinen ja mit agentic harnesses wie Claude Code, wie Codex, wie Cursive, wo Du sagen kannst, wenn Du genug Geld reingibst und genug Tokens, dann kannst Du damit einiges machen. Diese Geldentscheidung aber zu treffen, mal ganz konkret zu sein, ist ja wie im Großen, Compute-Entscheidung fällt vielen Firmen noch superschwer zu sagen, we spend money on that. Liegt das daran, dass die meisten Menschen keine guten Fragen formulieren können, eine Richtung auszutesten oder woran liegt das?
Christoph Magnussen:Jetzt auch wieder Richard der Linguist.
Dr. Richard Socher:Das ist auf jeden Fall eins der Probleme. Man muss sich dann auch erst mal überlegen, was will man eigentlich? Was wo macht es mehr Sinn, wenn wir auf einmal künstliche Intelligenz haben wie Wasserhahn? Macht Wasserhahn auf und hat mehr Intelligenz. Was würde man denn damit nutzen?
Dr. Richard Socher:Und dann realisiert man, nicht alle Firmen brauchen mehr Intelligenz, noch größer wachsen zu können. Und dann braucht man aber auch Kreativität und Agency, also den den Willen, was machen zu wollen und zu können und zu realisieren, alles ist machbar, alles, was wir nutzen an Produkten, das iPhone, das waren alles Menschen. Normale Menschen, die sich irgendwann Ideen in den Kopf gesetzt haben und die nicht mehr losgelassen haben, bis sie sie realisiert haben. Und wenn man das realisiert, dass man das selber auch machen kann, auch in der eigenen Firma und dann schaut, wie könnte meine Firma jetzt noch mehr erreichen, dann kann man dann auch den Sprung macht, einfach sagt, das das probier ich jetzt mal. Das kritisier ich nicht nur, da les ich im Internet, das ist alles irgendwie doof oder cool oder was auch immer.
Dr. Richard Socher:Man setzt sich einfach hin, lädt das runter und nutzt das. Dann versteht man's erst mal und dann, es gibt natürlich Berührungsängste, aber diese Berührungsängste, die Menschen mit Computern hatten, machen jetzt immer weniger Sinn, weil der Computer spricht jetzt auch die normant natürliche Sprache. Der Computer spricht Deutsch und Englisch und mit dem kann man sich mittlerweile unterhalten. Und das ist wirklich, ich hab dieses Wochenende auch wieder unglaublich viel programmiert, was natürlich bedeutet, dass ich nur meine Prompts gemacht hab, aber die KI hat unglaublich viele Ideen für mich realisiert, implementiert, validiert und und zusammen waren wir unglaubliches Team und es hat so viel Spaß gemacht auch, wenn man versteht, wow, ich muss nicht mehr nur Praktikanten oder Mitarbeiter fragen und dann warte ich eine Woche und dann gibt der mir was und dann gebe ich ihm noch mal Feedback, weil's nicht gut genug war und dann kriegen wir jetzt was Neues zurück die Woche später. Sondern ich frag einfach die KI, 2 Minuten später hab ich's und und iteriere dann mit der KI auch an Ideen.
Dr. Richard Socher:Ich glaub, Ideen, je nachdem, wie komplex sie sind und wie sehr sie an der Grenze des Möglichen und an der Grenze des Wissens sind, sind relativ einfach. Man hat, was weiß ich, man ist Marketingunternehmen in Berlin, kann man bestimmt eine KI fragen, wie mache ich eine schlaue, interessante Marketingkampagne in Berlin? Und da wird die KI einem bestimmt auch im Brainstorming helfen. Dann muss man sich halt am Ende nur noch entscheiden, okay, welche von den Ideen will ich dann auch wirklich realisieren? Und dann ja Agency und Creative sind unglaublich wichtig dafür.
Christoph Magnussen:Und gleichzeitig seid ihr ein sehr großes Gründerteam und Du hast 8 Leute insgesamt mit dir zusammengeholt, Recursive zu starten. Zeigt eben auch, ohne Menschen geht's nicht. Deswegen Frage, wie überkommt ihr die Friction eines Teams? Also die jetzt mal die ganz weltliche Frage, wie organisiert ihr dieses Team? Wie hältst Du das zusammen?
Christoph Magnussen:Weil ihr werdet ja nicht nur, wie ich dich kenne, auf Metaebene bleiben, sondern ihr werdet Produkte liefern. Ihr werdet rausgehen. Das ist ja auch deine Erfahrung als Gründer. Anders als viele andere der der Neolabs, die sehr viel forschen im Moment.
Dr. Richard Socher:Ehrlich zu sein, haben wir relativ viel Glück, da wir und es ist jetzt natürlich auch bei Design son bisschen, wir haben sehr, sehr schlau Leute genommen, aber die sind auch jetzt nicht, sag ich mal, autistisch und und haben 0, also haben schon in der Tat auch zwischenmenschliche Fähigkeiten. Und also smart but nice, die können das häufig machen. Und aber natürlich bei 8 Leuten musst Du schon am Anfang überlegen, okay, hat welche Rollen und welche sag ich mal, Aufgaben. Und nach Weile kristallisiert sich das dann auch aus. Und jetzt haben hat jeder, der 8 Mitbegründer hat, seine seine Aufgaben.
Dr. Richard Socher:Manche haben mehr KI Agenten unter sich, andere haben mehr Menschen unter sich und KI Agenten. Aber insgesamt gibt es natürlich in der Superintelligenz so viele Subprobleme, neue große Modelle zu entwickeln. Da gibt's so viele Unterprobleme, die man, an denen man arbeiten kann, das ist, sag ich mal, keine, war jetzt kein großes Problem. Auch nicht jeder Mitbegründer muss jetzt in in C-Level-Executive sein. Man kann auch Gründer sein.
Dr. Richard Socher:Der Co-Founder Titel ist jetzt auch nicht eine legale Geschichte. Im Gegensatz zu Secretary oder Chairman of the Board oder so, hat der Titel Mitbegründer keinerlei rechtliche Relevanz und es ist einfach cooler Titel, den auch einer der besten Programmierer im Team bekommen kann am Anfang.
Christoph Magnussen:Ja, na klar, hast Du dieses Thema, wie gehst Du rein, wie gehst Du vor, wie teilst Du auf Und wer wer macht was in Slack oder ist es am Ende Claude, der in Slack mitschreibt? Also ist ja ist ja bisschen die große Frage. Also kennst Du die
Dr. Richard Socher:Du musst auch aufpassen bei Claude, wie viel wie viel mal will man, dass diese für eine Firma von alles weiß von einem, ne? Und Ja. Gerade bei Claude mit der Cursor Backstory und so muss man schon aufpassen.
Christoph Magnussen:Das das ist auch noch mal wichtig einzuordnen. Richard, gibt's irgendwas, wo Du sagst, das hab ich dich jetzt, weil ich bin jedes Mal excited und könnt immer noch eine Stunde länger mit dir reden, deine Zeit ist aber so valuable und die will ich auch valuen. Gibt's irgendwas, was ich vergessen habe zu fragen, Du sagst, der Bereich, da müssen wir noch einmal 5 Minuten reingeben, den dürfen wir nicht vergessen? Der ist wichtig. Ich glaub,
Dr. Richard Socher:ich glaub, das Wichtigste für Deutschland ist einfach, dass dass dass Deutschland wieder mehr mitmachen muss. Dass es einfach mehr Willen gibt, mit mitzugestalten. Ich hab irgendwie das Gefühl, dass einfach Und ich weiß auch nicht, wie das kam, dass immer mehr Deutsche irgendwie sagen, alles Neue ist erst mal schlecht und vielleicht ist es schlecht für die Umwelt oder das und das und das müssen wir erst mal regulieren, bevor wir's überhaupt verstehen oder irgendwie eine große ökonomischen Impact darauf haben. Und dann ist man immer erst mal vorsichtig und nicht zu viel Risiko und und so. Und ich mein, das ist natürlich jetzt verallgemeinert, es gibt unglaublich superviele schlaue Leute.
Dr. Richard Socher:Wir haben einige deutsche Mitbegründer auch in der Firma und deutsche Programmierer, die unglaublich gepeilt sind und und so weiter, aber so insgesamt habe ich das Gefühl, dass die Politiker Ich habe mit fast allen geredet, von den Grünen bis zur CDU und SPD, die verstehen alle, dass Deutschland mit mehr machen muss bei der KI. Die versuchen das auch in in ihre Ministerien reinzubringen, aber auch da hört's schon auf, ne. Deutschland ist immer noch nicht genug digitalisiert, let alone KI-ifiziert und und fällt damit dann irgendwann immer mehr zurück. Und es gibt momentan son bisschen einen Hunger und fast son Aggressivität, aber im positiven Sinne, dass man einfach aktiv wirklich mitgestalten will in China und und in den USA. Und auch die USA hatten das Gefühl, oh, hier haben wir nicht genügend gearbeitet.
Dr. Richard Socher:In China arbeiten sie das berühmte 996, 9 Stunden pro Tag, nee, von 9 Uhr früh bis 9 Uhr abends, 6 Tage die Woche 996. Und das das ist einfach in Deutschland unmöglich. Das darfst Du legal bestimmt gar nicht. Du darfst gar nicht deinen Du darfst ja gar nicht mehr mehr deine Mitarbeiter anmailen oder anslacken oder antexten an Sonntag. Und hier ist einfach immer geöffnet, alle wollen was machen.
Dr. Richard Socher:Und mein, wie gesagt, USA ist auch eher wie die Europäische Union. Es ist sehr großes Land mit vielen Bundesstaaten, die unterschiedliche Rechte haben und Regeln und so weiter und auch unterschiedliche Vibes. Aber im Silicon Valley braucht man das und vielleicht braucht Deutschland auch son bisschen eine Special Economic Zone, wie China am Anfang, als es noch sehr klein war, hatte dann Shenzhen und andere Plätze, wo sie sagt, okay, hier ist jetzt eine Special Economic Zone, wird erst mal nicht so viel vorreguliert, da lassen wir die Leute erst mal was machen. Und die haben dann das ganze Land mit hochgebracht und in die Zukunft reingebracht und jetzt ist China weiter als ganz Europa an vielen Stellen Energie, Chipfabriken, die KI, Open Source Modelle und so weiter. Es ist China hat ganz Europa abgehangen.
Dr. Richard Socher:Und da hoffe ich, dass Deutschland irgendwie neuen Druck bekommt und realisiert, dass der Wohlstand nicht ewig halten kann, wenn man nicht mitmacht an an dem Fortschritt.
Christoph Magnussen:Gibt's ein ein Feld, wo Du sagst, da sollte man hinschauen, wenn man die Stärken von Deutschland kennt oder sollte man als junger Gründer in die USA gehen?
Dr. Richard Socher:Wenn man wirklich bei der KI tief drin sein will und das jeden Tag einatmen will, auf keine Feier gehen kann, wo es nicht irgendwo KI Forscher in der Ecke gibt, dann muss man im Silicon Valley sein. Es ist einfach so, für eine Zeit war es Rom, vielleicht war es mal Persepolis, vielleicht war es mal Athen, vielleicht war es auch Berlin an an zu gewissen Zeiten in der Chemie und so weiter, aber momentan ist es halt einfach im Silicon Valley, wo das alles passiert. Man kann KI überall in der Welt Firmen gründen. China hatte Null bei der KI mitzumischen für viele Jahre, hat unglaublich viel in die Forschung gesteckt und lässt aber auch die KI Firmen bisschen mehr machen. Also die KI Firmen in China sind auch son bisschen suboptimal technisch legal aufgestellt, sag ich mal.
Dr. Richard Socher:Also die klauen viel von den großen Modellen und die werden jetzt auch nicht gleich vom Staat verklagt wegen Urheberrechtsverletzungen und so weiter und es geht einfach alles in Deutschland nicht. Die Deutschen wollen zwar die KI nutzen, aber sie wollen nicht, dass die KI so gebaut wird, wie sie halt überall auf der Welt in China und in den USA gebaut wird, weil's einfach Urheberrechte kompliziert sind und so weiter. Da ja, wird es schwierig, an der Stelle weiterzumachen. Aber wo Deutschland sehr gut ist, ist in der Grundlagenforschung und auch in der Chemie, Biologie und Physik. Und das wird meiner Meinung nach in den nächsten Jahrzehnten, wenn wir dann sone Eureka-Maschine haben, ist auch mein Buch, wo ich auch noch deutschen Verleger suche.
Dr. Richard Socher:Ich hab die deutschen Buchrechte ausgeklammert aus dem internationalen Buchvertrag mit Hachette. Diese Eureka-Maschine für Naturwissenschaften, da wird die KI auch unglaublich viel erfinden, aber diese Erfindungen müssen dann halt auch realisiert werden physisch. Und da könnte Deutschland, glaube ich, mehr mehr mitgestalten als in der Programmierung oder in der Sprache, weil's einfach zu schwierig ist, an die ganzen Datensätze ranzukommen in Deutschland und die Chips zu haben und das Risikokapital zu haben und die anderen Sachen. Aber das könnte alles bisschen kleiner und trotzdem sehr, sehr wichtig aufgebaut werden, KI in den Naturwissenschaften zu nutzen.
Christoph Magnussen:Damit hast Du den richtigen Spoiler gesetzt für dein Buch. Ich würde sagen, sobald es draußen ist, machen wir die Deepdive Folge auf dein Buch, weil noch ist es, glaube ich, nicht lesbar. September September, ne? Damit hätten wir nämlich direkt den Anschluss. Willst Du trotzdem noch einen Satz dazu teasern, an was Du schreibst?
Christoph Magnussen:Du hast es schon gesagt, die Eureka-Maschine.
Dr. Richard Socher:Genau, wie wie KI die nächste Welle des wissenschaftlichen Fortschritts kreiert. Weil mittlerweile gibt's so viel verschiedene Forschungsbereiche, dass es fast unmöglich ist für einen Menschen, dies alles zu lesen jeden Tag, was neu rauskommt, das zu verknüpfen mit anderen Gebieten. Und da kann die KI immer mehr mitmachen im Lesen, aber dann auch in den wissenschaftlichen Daten diese zu analysieren, auch Dinge zu simulieren. Alles, was man simulieren kann, kann man mit der KI lösen. Und dann auch in der Robotik physische Experimente zu automatisieren und dann darauf, auf diesen 4 Säulen, dem Wissen, den wissenschaftlichen Daten, den Simulationen und den physischen Experimenten.
Dr. Richard Socher:Auf diesen 4 Säulen hat man dann Schwärme von KI Agenten, Agents, die für einen forschen, 24/7. Und das wird alles in der Physik, Chemie, Biologie, Medizin, Neurowissenschaften, Ökonomie, Volkswirtschaftslehre, Astrophysik, alles wird sich unglaublich verschnellern. Und das wird meiner Meinung nach die gesamte Menschheit voranbringen. Momentan hat die Welt Probleme, 10 Milliarden Menschen optimal zu versorgen. Aber mit mehr Technologie, besseren Batteriewirkstoffen, besseren Solarzellen, besseren Medikamenten, besseren Ernährung, bessere Ernährung und so weiter könnten wir alle länger leben und es könnten easy 100 Milliarden Menschen auf der Welt sein.
Dr. Richard Socher:Und es wird eine Technologiefrage sein und wenn wir die KI richtig nutzen, dann wird die uns diese Technologien erfinden, sodass dann die Menschheit einfach mehr florieren kann.
Christoph Magnussen:Richard, vielen Dank, dass Du heute dir wieder die Zeit genommen hast. Das war richtig, also richtig, richtig geiler deep dive und viele Fragezeichen, die ich hatte, wieder geklärt. Ich freu mich auf das Buch und ich nagel dich fest auf eine Folge, die wir dann auf Deutsch machen zum Buch. Damit Du dann auch, wenn deutscher Verleger da ist, dann hier richtig was losgeht. Ich freu mich sehr, sehr drauf.
Christoph Magnussen:Danke dir.
Dr. Richard Socher:Ich freu mich auch. Vielen Dank fürs Zuhören und deine super Fragen. Superspannendes Gespräch.