Makerspace, Eigenverantwortung und der Mut, alles nochmal neu zu bauen: Wie IAV zur AI Infused Company wird | Saskia Kohlhaas, CDO & CIO, IAV
#12

Makerspace, Eigenverantwortung und der Mut, alles nochmal neu zu bauen: Wie IAV zur AI Infused Company wird | Saskia Kohlhaas, CDO & CIO, IAV

Saskia Kohlhaas:

Es ist einfach Wettlauf, ne? Also es es kommt immer mehr und immer mehr Methoden, Tools, KI Varianten, mit denen man Angriffsszenarien fahren kann. Das Thema Agenten hast Du gesagt, wie autonom ist was? Was krieg ich überhaupt mit? Es war uns klar, das ist, sag ich mal, eine Gamechanger Technologie.

Christoph Magnussen:

Das ist das macht fast süchtig plus man wird so schnell, also man wird so schnell.

Saskia Kohlhaas:

Der wirtschaftliche Druck war spürbar, ist auch heute natürlich stark spürbar. Und uns war sehr schnell klar, wir müssen diese Technologie nutzen, auch für uns Innovation zu schaffen und wettbewerbsfähig zu sein.

Christoph Magnussen:

AI to the DNA heißt, die Natur der Technologie zu verstehen und ist das Versprechen, was ich euch bringe und ich bin so neugierig, dass ich mit den Fragen nicht aufhören kann, weiterzubohren. Ich bin heute in Berlin bei IAV. IAV, da geht's Software, aber nicht einfach so, sondern Software im Automobilbereich. Also wirklich als scale und wirklich bei dem Thema Datenschutz next level. Ich hab ein Gespräch mit Saskia Kohlhaas.

Christoph Magnussen:

Sie ist die CIO und CDO von IAV. Sie treibt das Thema AI Infused Company. Ganz transparent zu sein, Blackboat, also mein Unternehmen und IAV arbeiten zusammen. IAV ist Kunde von uns. Aber ich kann euch versprechen, wir haben hier in den Podcast aufgenommen und wir sind nur abgetaucht in die Themen, wie sie es geschafft hat, KI wirklich in die Tiefe zu bringen, selber daran zu arbeiten.

Christoph Magnussen:

Sie kann selber entwickeln, selber Daten enhanccen und so weiter. Und ich hab wirklich gebohrt, wie es ganz genau und ganz konkret funktioniert. Freut euch auf eine Folge, wirklich zu verstehen, wie bringt ihr KI in ihr Unternehmen und wie werdet ihr vom Tool Tourist zum AI Anwendung Weltmeister mit AI to the DNA. Ich hab mich sehr, sehr lang auf diese Folge gefreut. Ehrlich gesagt, seit unserem ersten Gespräch in Hamburg.

Christoph Magnussen:

Wir saßen, gleich einmal einzunorden, im Blackboat Studio und seitdem hat Blackboot auch relativ viel für euch gemacht. Aber aber deswegen sitzen wir hier nicht zusammen, sondern ich hab Saskia Kohlhaas im Podcast, CDO, aber vor allem auch CIO von der IAV GmbH, Ingenieurgesellschaft für Verkehr und Automobil.

Saskia Kohlhaas:

Ja, Auto und Verkehr.

Christoph Magnussen:

Auto und Verkehr, ja logisch, hab ich auch gerade gesagt, Ja, IAV, das ist das, worauf ich mich kennt und CIO of the Year, ein Titel, den man nicht ganz so einfach bekommt. Und warum ich dich hier haben wollte, war, wir haben uns beim aller allerersten Treffen sofort verloren in allen Details von Enhancement von Daten, in Racks und wo und überhaupt. So. Damit setze ich jetzt die Bar und ich hab schon eingangs gesagt, wir dürfen abnerden. Hier geht's nämlich darum, wirklich die Natur der Technologie zu verstehen und Du hast dir für euch das Ziel gesetzt, eine AI Infused Company zu werden und realisierst das auch.

Christoph Magnussen:

Insofern schön, dass Du da bist.

Saskia Kohlhaas:

Lieben Dank. Ich freue mich sehr, dass wir heute hier zusammen zusammen sind.

Christoph Magnussen:

Und wir sind eben beim Vorgespräch und dann hat MP uns vor die Kamera geschickt, schon direkt eingestiegen. Du hast gerade gesagt eingangs, ihr baut komplett einmal intern und Du hast eine eigene Agentplattform mit aufgesetzt. Ich will einmal ganz kurz hören grob, wo ihr gerade steht und dann fangen wir an, wie seid ihr da hingekommen? Ich glaub, das interessieren sehr viele Leute.

Saskia Kohlhaas:

Genau, also wir haben jetzt eine eigene Agent Plattform implementiert bei uns, kommend von unserer sogenannten WiBo oder Wisdom-Bot, sag ich mal, Idee, die wir hatten vor zweieinhalb Jahren. Das ist jetzt zur Plattform geworden, eben Agenten in der Firma auszurollen, allen zur Verfügung zu stellen und vor allem schnell nutzbar zu machen und überall schnell in die Anwendung zu kommen. Wo stehen wir da gerade? Also wir sind so weit, dass wir auch MCP Server hintendran anbinden können. Können wir gerne nachher noch mal ein bisschen tiefer drauf einsteigen.

Saskia Kohlhaas:

Sage ich mal, sich selbst kleine Helferagenten bauen kann, was man vielleicht so kennt, ich hinterleg mir einen Prompt oder ich hinterleg mir etwas mit meinen eigenen Dateien hinten dran als kleinen Rec Use Case und natürlich das idealerweise so abgesichert, dass ich es natürlich im Unternehmen voll nutzen kann in einem Unternehmenskontext und da stehen wir jetzt gerade und sage ich mal der nächste Step, der jetzt kommt mit der Grundlage der Plattform, aber sage ich mal so ein bisschen nebendran dass wir beispielsweise auch eine Coding Agenten Plattform zur Verfügung stellen wollen.

Christoph Magnussen:

Ja, da hab ich eben gerade echt ziemlich gestaunt, weil Du auch gesagt hast, ihr arbeitet da mit Codex von Open AI, da komm ich gleich noch drauf, aber für diejenigen, die vielleicht sagen so, okay, wie groß seid ihr? Hängt ihr nicht am Datenschutz? Muss man nicht da und da aber drauf achten? Also Du hast ja schon ein paar Restriktionen auch in der Branche, in der Du unterwegs bist. Was waren die ersten Schritte, dass Du überhaupt dahin gekommen bist, das jetzt zu machen?

Saskia Kohlhaas:

Also ich glaube so 1 der wichtigsten Schritte war, ich sag mal, KI, das machen wir schon sehr lange als Firma, aber so ein bisschen im Thema machine learning auch, ne. Also sag ich mal, nicht generative KI, das war ja mit dem, sag ich mal, omnipräsent zur Verfügung stehenden Gen AI, Open AI, sag ich mal, Versionen für alle auf einmal verfügbar und es war sehr einfach und es war uns klar, das ist, sag ich mal, eine Gamechanger Technologie und wir müssen so schnell wie möglich, der wirtschaftliche Druck war spürbar, ist auch heute natürlich stark spürbar, die Marktveränderungen, gerade im Automotive Umfeld sind, glaube ich, allseits so auch bekannt und uns war sehr schnell klar, wir müssen diese Technologie nutzen, auch für uns Innovation zu schaffen und wettbewerbsfähig zu sein. Und was haben wir dann gemacht? Und da haben wir wirklich auch alle Parteien mit ins Boot gezogen. Du hast es gesagt, wir haben eine Mitbestimmung, wir haben das Thema Datenschutz, natürlich müssen wir uns an alle Regeln halten.

Saskia Kohlhaas:

Wir haben die Unternehmenssicherheit, wir können keine Kundendaten irgendwie mischen oder sag ich mal nach draußen verteilen und dann haben wir mit kleinen Version angefangen, sag ich mal, ChatGPT unseren Führungskräften bei unserer ersten Führungskräfteveranstaltung 23 zur Verfügung zu stellen und son Aha Moment zu liefern, dass wir sehr schnell in der Lage sind, neue Technologien in dem Unternehmenskontext einzuführen. Und alles, was dann dazugehört, wie hoste ich Modelle, dass sie das Thema DSGVO erfüllen, wo liegen die Daten, in welchem Umfeld. Das muss man natürlich betrachten und das haben wir in guten Governance Rahmen, in guten Architektur sichergestellt und auch die Mitbestimmung ist diesen ganzen Themen gefolgt und von daher war das, sage ich mal, son Leuchtturmprojekt, mit dem wir gestartet haben und haben das natürlich relativ schnell skaliert und ausgerollt.

Christoph Magnussen:

Hattest Du vorher schon Touchpoints in dem Bereich oder hast Du dir qua deiner Ausbildung das dann relativ schnell alles geholt, was Du an Wissen brauchtest?

Saskia Kohlhaas:

Ich hab Informatik studiert oder Wirtschaftsinformatik studiert und auch KI war natürlich Bestandteil meines Studiums. Hab die ersten Jahre aber viele klassische Themen in der IT gemacht. Also auch SAP natürlich eingeführt und Infrastrukturprojekte gemacht, Softwareentwicklungsprojekte. Deswegen war mit dem Vorhandensein von Gen AI die Grundlage, also die technologischen Grundlagen, das Thema Data wie müssen Daten gehalten werden, Algorithmik, das war natürlich per se, qua Ausbildung und Erfahrung da und ich mein, es kommt jeden Tag was Neues, sag ich mal, nicht nur KI, auch davor, also die Technologie schreitet superschnell voran und sehr intrinsisch in mir drin ist, dass ich dann diese neuen Dinge auch sehr schnell gerne selber verstehen möchte. Ich muss nicht mal alles im Detail natürlich können, aber verstehen, wie die Zusammenhänge sind.

Saskia Kohlhaas:

Ja und dann haben wir da gleich durchgestartet.

Christoph Magnussen:

Kannst Du dich noch erinnern, als Du das erste Mal auf Huggingface geguckt hast, wie viele Modelle das gab?

Saskia Kohlhaas:

Das weiß ich nicht mehr genau auswendig. Also das ist wirklich lange her, aber Kannst Du dich erinnern?

Christoph Magnussen:

Ich also ich es war sechsstellig, also unten sechsstellig und ich hab nämlich heute drauf geschaut in einem Training, was wir gemacht haben. Und da waren's 2,5 Millionen Modelle. Also, altobelli was geht ab? Das heißt also, allein die Vielzahl an Modellen ist so groß, dass viele Firmen sagen, also die eine Kategorie Unternehmen, da hast Du Leute, die in der breiten Masse sagen, ja, es gibt ChatGPT und immer sagen, das ist das Modell. Und dann gibt's Firmen, die halt sehr, sehr wissen, na ja, Du, wir können für alles Modell haben und selber hosten, aber Du brauchst ja auch die Leute dafür.

Christoph Magnussen:

Ja. Und das, kann ich mir vorstellen, war wahrscheinlich nicht ganz einfach von Anfang an. Hast Du da dir nach und nach Leute aufgebaut? Habt ihr euch die geholt? Wie seid ihr da aufgestellt als Team?

Saskia Kohlhaas:

Also das das Gute ist, wir sind natürlich eine technologiegetriebenes Unternehmen und dann per se hatten wir, sag ich mal und haben wir viele Kolleginnen und Kollegen, die eine hohe Affinität zu Technologie haben, Data Analysten, auch KI Spezialisten und dankenswerterweise gab's auch Bereich, der sich sehr stark mit dem Thema KI schon beschäftigt hatte, bevor ich, sag ich mal, die Rolle des CDOs übernommen hab, die sich da schon stark mit beschäftigt hatten. Also wir haben auch von der Uni natürlich Kolleginnen und Kollegen eingestellt, die da stark unterstützen und auch heute natürlich integrieren wir Kollegen aus unterschiedlichen Bereichen, entwickeln sie weiter und schauen natürlich auch, was draußen, sag ich mal, in der Welt passiert und auch was Du sagtest zu dem Thema der Modelle. Wir finetunen auch Modelle, dass wir jetzt selber welche entwickeln und trainieren, das wird jetzt weniger der Fall sein, aber wir gucken uns die natürlich auch an, Was was was gibt es? ChatGPT, wir gucken uns Anthropic Themen an, wir gucken uns auch die Themen aus China an. Wir wir arbeiten ja für unsere Kunden rund dem Globus und deswegen müssen wir auch die Technologien von allen, sag ich mal, ja bedienen können.

Christoph Magnussen:

Wenn Du jetzt jemanden, ne, stell dir vor, also wir haben Leute, die sind natürlich super tief in dem Thema drin und wir haben Leute, die sind auch weit weg davon, wollen aber die Natur der Technologie verstehen. Und jetzt hast Du es gerade gesagt, ihr nehmt auch Modelle aus China und dann sagen viele, aber das geht doch gar Dass Du einfach noch mal sagst, wie baust Du es intern auf und sorgst dafür, dass Du die technischen Ressourcen hast, aber auch selber weißt, hey Leute, natürlich kannst Du Open Source Modell aus China benutzen, das sendet ja jetzt nicht pausenlos auf die ByteDance Server, sondern wir benutzen das Modell selbst, wir finetunen es selbst und Genau. Vielleicht ist es auch gar nicht so schwer, wie wir auch schon mal gefassimpelt haben. Also geh ruhig mal die eine Ebene rein, wo Du sagst, das würdest Du jetzt jemanden auf Party erklären, der sagt, ich bin neugierig, aber noch nicht so tief drin.

Saskia Kohlhaas:

Die Modelle laufen ja auf gewissen Infrastruktur und die Infrastruktur muss natürlich so abgesichert sein, die kann on premm, also bei uns im Haus in unseren eigenen Rechenzentren laufen oder man kann sie natürlich auch in den diversen Hyperscalern lauffähig haben.

Christoph Magnussen:

Bei Google, bei Azure,

Saskia Kohlhaas:

bei Microsoft. Genau, also bei allen die es gibt oder auch bei bei bei chinesischen Hyperscalern, also Alicloud oder Huawei und Co. Wichtig dabei ist natürlich, dass diese Modelle nicht nach draußen funken und die Daten, sage ich mal, zum weiteren Antrainieren der großen Modelle nutzt. So und das muss man natürlich sicherstellen, weil diese Modelle, die haben dann, die sind ja per se trainiert und alles, was wir drumrum finetunen oder welche Daten wir dazu benutzen, werden nicht von dem Modell transferiert, sag ich mal nach draußen in die Welt, sondern bleiben in unserer Infrastruktur, in unserem Kosmos. Und so sichern wir das natürlich ab.

Saskia Kohlhaas:

Die Modelle selber, die probieren wir einfach auch aus. Du weißt das, wie es kommt, da kommt ständig was Neues und auf einmal denkst du, oh, ja, sollte man vielleicht das Modell nutzen oder zum Codieren ist das besser. Für das Thema Reasoning nehme ich das Modell, also es hängt einfach davon ab.

Christoph Magnussen:

Und jetzt sind wir mitten drinnen, lass uns genau da reingehen. Du kennst ja von uns das GenAI Dreieck also mit dem Kontext, Prompt und Modell. Und ich hab jetzt Ende November, wir waren unterwegs und ich hab an, ich glaub, ich mit dir mal besprochen auch, an dieser Applikation gearbeitet, die at scale sehr viele Interviews, Sprachinterviews führt, transkribiert, in ein Rack transferiert, das Wissen miteinander vernetzt und noch mal ausgewertet. Das heißt, man kann quasi das Wissen zwischen den Zeilen im Unternehmen sichtbar machen. Und das war recht mühsam, einige dieser Punkte zum Laufen zu bringen, also vor allem der Teil, wo es nachher ging, das Backend sauber zusammenzupacken.

Christoph Magnussen:

Du hast Postgres Datenbank, SQL Code und die Elemente haben mäßig gut miteinander gesprochen. Und Anthropic hat dann Ende November, muss das gewesen sein, irgendwie die letzte Novemberwoche, Opus 4 Punkt 5 rausgehauen. Und auf einmal liefen relativ viele von den Prompts nativ durch. Und ich dachte, holy smokes, was für ein Shift wiederum ein Modell an sich hat. Jetzt ist Claude Code alleine genommen kein Modell, sondern ein eigentlich Coding Agent mit dem Modell.

Christoph Magnussen:

Aber diese Kombination ist echt mächtig. Und es ist bisher, es gibt keinen guten Standard, wo man merkt, außer in den Foren und auf Youtube entsteht Hype, zu sehen, hier ist was wirklich Fundamentales schon wieder passiert. Folgst du derselben Community? Hast du noch andere Zugänge aus oder musst du selber ausprobiert, weil ich hab fast eine Milliarde Tokens durchgecodet. Es war echt teuer.

Christoph Magnussen:

Und hatte dann echt guten Blick. Und jetzt paar Wochen später und dann kommen schon wieder neue Sachen raus. Shit, muss ich jetzt auch wieder ausprobieren. Ja. Was machst Du?

Saskia Kohlhaas:

Ja, also manchmal denke ich mir, wir könnten mal halbes Jahr Pause machen. Das wär auch nicht schlecht, dass man sich mal halbes Jahr resetten könnte. Aber aber klar, ich les natürlich auch wahnsinnig viel in Form. Ich hab Kolleginnen bei bei uns, die natürlich genau darauf trainiert sind, das entsprechend, ja, schnell zu üben und und und auch und auch zu probieren. Und ehrlich gesagt heißt es tatsächlich für uns mutig, die Sachen auszuprobieren.

Saskia Kohlhaas:

Manchmal auch in der Infrastrukturumgebung, die einfach von uns abgekoppelt ist. Also wir haben zum Beispiel jetzt auch, USA hat andere Randbedingungen, hat andere Datenschutzbedingungen und Co und für die ist zum Beispiel super interessant, Claude Code Desktop. Ja. Aber Claude Code Desktop werde ich per se nicht einfach so in unsere Infrastruktur reinbekommen. Und dann finden wir Möglichkeiten, dass wir das einfach probieren können und die besten Dinge, die wir außerhalb probieren, die versuchen wir aber da bei uns zu integrieren.

Saskia Kohlhaas:

Und so versuchen wir uns natürlich daran zu etablieren und ja, ich denk manchmal jeden Tag, okay, das ist wieder was Neues und man liest natürlich die Communities, die Foren und muss es dann einfach auch selber ausprobieren und ich glaube, das ist der wichtigste Punkt und wenn wir vorne dabei bleiben, probier es aus. Das funktioniert gut.

Christoph Magnussen:

Die Du hattest jetzt erzählt, beispielsweise habt ihr euch dann entschieden, mit Codex zu arbeiten, also quasi dem Pendant zu Claude Code, wobei Codex ja noch mal eigenes auch optimiertes Modell auch fürs Coden ist, ähnlich Claude Code, auch als CLI funktioniert, also in der Befehlszeile, was unfassbar nice ist, wo viele Leute sagen, will ich aber nicht. Ich aber sage, wenn ihr Geschwindigkeit wollt, geht aufs Terminal, schneller geht's nicht. Bei euch läuft aber Codex in einer eigenen Umgebung, sagtest Du?

Saskia Kohlhaas:

Genau, wir sind dabei, das gerade jetzt zu evaluieren, also wir können das jetzt auch. Also ist alles, sag ich mal, soweit in der Evaluationsphase durch. Wir schauen uns natürlich die anderen Varianten auch an. Für uns ist aktuell das das vielversprechendste, was wir unter den Rahmenbedingungen, die wir haben, ne, Du sagtest es vorhin so Mitbestimmung, gesetzliche Themen, Datenschutz, DSGVO, was wir als Unternehmens, ja Coding Agent Umgebung zur Verfügung stellen wollen und können.

Christoph Magnussen:

Weil

Saskia Kohlhaas:

man muss natürlich paar Sachen absichern. Ich möchte jetzt auch nicht, dass alles komplett durchläuft. Das wird bei uns natürlich auch mit den mit den Randbedingungen nicht gehen.

Christoph Magnussen:

Gibt's paar, also ich find's super spannend, weil man könnte ja auch sagen, hey, also gibt Unternehmen, die sagen, wir haben doch jetzt den Copiloten, jetzt läuft alles. Sag ich, jetzt ja kein Coding Agent. Damit kommst Du kannst Du paar Sachen machen, aber ab gewissen Punkt kommt Du kommst Du nicht weiter. Aber ihr hättet ja auch Open Source Modelle nehmen können und selber hosten können. Aber ich vermute mal, wie ich dich kenne, hast Du halt eben auch auf Performance entschieden.

Christoph Magnussen:

Kannst Du bisschen Einblick geben in, warum ihr das gemacht habt und was und wie ihr euch diese Lösung angeschaut habt? Weil das weiß ich zum Beispiel nicht, obwohl obwohl wir euch ja auch gut kennen.

Saskia Kohlhaas:

Das Gute ist, wir haben sogar eine Open Source Coding Plattform bei uns im Haus, also das haben wir, auch als Agentic Plattform. Im Kontext Codex muss man einfach sagen, es kommt einfach wahnsinnig viel mit, wo ich mich nicht selber drum kümmern Also ich muss nicht diesen ganzen Rahmen drum rum mitentwickeln. Wie wir uns das anschauen, ich muss sagen, ich ermutige natürlich vor allem die Kollegen bei uns, die damit arbeiten, sich diese Umgebung zu schaffen, wo sie in einem abgesicherten Raum das abtesten können. Weil ich brauche die Erfahrung von den Kollegen, die es eigentlich jeden Tag nutzen und machen und dann treffen sich, also machen wir das meistens in Communitys und genau da haben wir jetzt gerade so eine Community, die auch sagt entscheidend, gehen wir jetzt auf Codex, nehmen wir Claude, was nehmen wir jetzt als als Rahmenbedingungen? Und das machen wir dann sehr viel durch experimentieren und für uns natürlich immer der wichtige Punkt, läuft es sicher?

Saskia Kohlhaas:

Läuft läuft es in den Rahmenbedingungen, die wir brauchen? Weil wir sind natürlich auch zertifiziert und Co. Ich muss ja alle Themen entsprechend einhalten.

Christoph Magnussen:

Habt ihr, also ich hab jetzt Codex CLI selber laufen mit 1 2 Agents und mach es parallel hier und da zu Claude Code. Also ich lass Codex meistens drüber laufen fürs Securitycheck und solche Sachen. Und dann Open AI selbst sagt ja, dass sie darüber extrem long running Agent Tasks hinbekommen. Lös doch noch mal auf für das Partygespräch für jemand, der sagt, boah, das klingt alles supercrazy, aber was ist eigentlich, was macht denn jetzt Agent? Warum brauche ich den?

Christoph Magnussen:

Warum reden alle von Agents? Und wo schlägst Du die Brücke, sodass auch bei euch im Unternehmen Leute sagen, die eigentlich nichts damit zu tun haben. Ich verstehe das und so crazy ist das gar nicht.

Saskia Kohlhaas:

Das ist manchmal gar nicht so einfach zu erklären und bei uns jetzt auch in einem Meeting, wenn ich es versuche, sag ich mal meinen Peers zu erklären, die ja gar nicht so tief technisch drin sind, versuche ich das mit Beispielen zu machen. Und was jetzt so, wir können es sich vorstellen, wenn ich jetzt heute in ein Spiel programmieren möchte, dann müsste ich mir ja ganz viele Gedanken machen, was brauche ich für eine Grundlage, für eine Infrastruktur, was soll das Spiel können, was brauche ich für eine Frontend Entwicklung, also was läuft im Backend, ich muss mir ganz viele Gedanken machen und das mal einfach darzustellen, was dann Agenten tun, haben wir das jetzt mal aufgenommen in einem Prompt und gesagt, entwickle mir mal ein Spiel X ähnlich wie Y mit den und den Parametern und nach 4 Minuten 50 war da einfach ein fertig entwickeltes Spiel da. Es kamen noch mal ein, 2 Rückfragen, weil Du meintest auch zu dem Agenten, also der interagiert ja auch mit mir und dann war das nach 5 Minuten, das war jetzt einfaches Spiel, war das aber da. Und ich glaube dieses Zeigen, wie es tatsächlich wirklich funktioniert, über Sprache die Entwicklung zu steuern, das hat an der Stelle geholfen fürs Verständnis.

Saskia Kohlhaas:

Was das Thema heißt Agenten, ich sag's mal schlussendlich, werden Aufgaben übernommen. Der eine würde jetzt ein Lastenheft schreiben, der eine Agent in so einem Kontext. Der nächste würde jetzt anfangen zu entwickeln. Der dritte Agent würde die Frage stellen, denn die Dokumentation dazu korrekt? Und der vierte wird nochmal eine Überprüfung machen.

Saskia Kohlhaas:

Also und das passiert alles im Prinzip über Sprache und es kommt ein fertiges Spiel raus.

Christoph Magnussen:

Das was du gerade beschreibst, habe ich gelesen letzte Woche oder 2 Wochen hat Cursor, also AnySphere, die Firma hinter Cursor, Paper veröffentlicht, wo sie getestet haben, Agenten autonom länger laufen zu lassen. Die sind bis auf eine Woche gekommen, eben auch mit Codexmodellen und haben danach recht umfassend beschrieben und eigentlich, ich musste deswegen schmunzeln, weil die haben auch gesagt, sie haben festgestellt, Du musst die die Agentstruktur relativ klar bauen und die haben ein Planning Agent, ein Worker Agent und dann ein Evaluation Agent, also in den Kategorien, zum dich so gerade genannt Und ich hab da recht stumpf in meiner eigenen App Layout Prompts eingebaut. Der erste der erste schaut sich immer an, wo muss das hin, der nächste geht rüber. Und mein Gefühl ist so, das ist doch noch mal im Vergleich zur klassischen Entwicklung, da hast Du ja auch immer schon eine gute App Struktur, wie baust Du's auf? Jetzt eine weitere Kategorie.

Christoph Magnussen:

Würdest Du sagen, es wird dadurch chaotischer oder eigentlich zugänglicher, weil ein prompt kann jeder normale Menschen lesen und verstehen, weil da drinsteht, was soll dieser Agent tun und das spielt nur miteinander zusammen oder sagst Du, nee, das trennen wir, das machen doch die Entwickler bei uns?

Saskia Kohlhaas:

Also ich glaub, da gibt's nicht ein ja oder nein oder das richtige und das falsche, weil Du hast es natürlich einfach zugänglich. Nichtsdestotrotz musst Du wissen, in was für Kontext Du dich natürlich bewegst. Ich geborene mal ein Beispiel, Mit Vibecoding beispielsweise kann ich mir schnell was bauen lassen. Ich muss trotzdem wissen, was eigentlich architektonisch vielleicht hintendran passiert und eben nicht mein ganzer Code dann draußen im Internet verfügbar Aber geht

Christoph Magnussen:

mit API-Key im Frontend, sodass jeder es rauslesen kann?

Saskia Kohlhaas:

Genau. Also das wollen wir natürlich vermeiden und Du musst es natürlich sehr gut auch prompten, also sprich mit mit der KI interagieren und Du wirst trotzdem natürlich Senior Entwickler Architekten benötigen, die genau dieses Zusammenspiel können. Wir haben bei uns eine Evaluation gemacht, dass wir natürlich Junior Entwickler mit KI sehr schnell befähigen, sag ich mal auf mittleres Level zu kommen. Bei Senior Entwickler ist auch noch mal hoher Effizienzsprung da, aber der ist nicht mehr ganz so hoch. Deswegen sage ich, würde ich sagen, es gibt eben nicht beides.

Saskia Kohlhaas:

Es gibt eine schnelle Einstiegsmöglichkeit, es allen zu probieren. Trotzdem muss man hintendran verstehen, wie die Zusammenhänge sind und was daraus passiert, weil ich muss ja auch noch mal ein Review machen und ich muss es ja auch freigeben. Also human in the loop ist dann nicht ganz weg, weil Stand heute müssen wir natürlich immer noch auch als ja Person, Unternehmen eine Freigabe für Themen machen.

Christoph Magnussen:

Kannst Du dir vorstellen, also ich denke jetzt gerade, wenn ich so wenn ich so richtig drinstecke, dann denke ich so, ich hätte jetzt gern noch irgendwie 2, 3 Bildschirme und Augen mehr und hatte dann in einem der letzten Podcasts hatten wir einen dabei, der dann meinte, wieso nimmt doch Auto-Claude, also die die das GitHub Repository, der mehrere Claude Runs zulässt und man hat dann ein ein Visual Interface. Ich hätte jetzt gedacht, so was baut ihr euch wahrscheinlich intern selbst oder habt das vielleicht schon am Laufen. Kannst du da was dazu erzählen? Gibt es so was bei euch oder seid ihr noch, nee, die gucken Session für Session rein?

Saskia Kohlhaas:

Also ich sag mal, wir haben einen hohen Entwicklungsdurchdringung bei uns und das ist, sag ich mal, schon Es gibt bestimmt Kolleginnen und Kollegen, die das haben und das machen und ich bin manchmal selber überrascht, wir haben sone Community, so Makerspace gegründet, was da manchmal auch rauskommt, was da entwickelt wird und mit welchem Input und Ideen und fertigen Lösungen die Kollegen auch kommen. Also das wird es bestimmt irgendwo geben, dass wir es jetzt zentral schon so vorgegeben haben, das ist nicht der Fall aktuell. Aber ich denke mal, der Weg wird dahin gehen und ich hab mit einem Kollegen von mir gesprochen, mit einem Mitarbeiter, gesagt, also meine Vision ist eigentlich, na ja, so in ein, 2 Jahren, da hab ich einfach ganz viele Agenten und wir monitoren das vorne über verschiedenste Monologs. Also das ist schon die Vision und die Idee, wo es auch hingeht und ich glaube, man wird sich dem sehr stark nähern.

Christoph Magnussen:

Also ich also ich fühl das, ne. Also wenn wie gesagt, also ich spiel sehr, sehr viel mit rum und mehr als das, also überarbeite auch bei uns selbst intern Infrastruktur, wo ich immer sage, okay, wir haben das früher eingekauft für sehr viel Geld. Ich kenne die Infrastruktur recht gut. Ich weiß dann schon auch, wo sind Limits, wenn Du anfängst, die Datenbanken zu schrauben. Oh, ich hab schon mal mit mit Zeile Sequel Code, Gott sei Dank eine Demodatenbank, aber einmal komplett zurückgesetzt.

Christoph Magnussen:

Aber gut, wir hast es einmal gemacht, war keine Live Datenbank, aber merke dieser dieser das macht fast süchtig plus man wird so schnell, also man wird so schnell, ich hab das heute in einem Training gemerkt, als 1 mal in mir raucht der Kopf, sagte er. Und dann kommt immer wieder diese Frage, wie behältst Du die Security dabei im Blick? Und da hattest Du gesagt, habt ihr sehr, sehr viel gemacht, weil das für euch riesen, riesen Thema ist. Und Du da den ganzen Überblick gibst, würde ich gerne wissen, kannst Du sagen, wenn jemand von außen guckt und sagt, ey, ich ich versteh überhaupt nicht, warum und wo muss man das sicher halten, dass Du das einmal einordnest, aus welchen Gründen das eine andere Art von Security ist als das, was man bisher im IT Bereich gemacht hat?

Saskia Kohlhaas:

Ja, also ich glaube, ich sag mal per se ist halt Security wahnsinnig wichtig für uns geworden. Ich sag's mal auch noch aus verschiedensten Gründen. Die Angriffsszenarien, sag ich mal auch auf Infrastrukturen, die sind extrem. Wenn ich jetzt mal zurückgehe, wir haben seit Jahren ein großes Cybersecurity Programm aufgesetzt, kommend aus klassischen Themen, also ich hab Virenschutz, also ich hab Privileged Access Management System, also haben 'n SOC Team, also 'n Cybersecurity Operation Center, also alles, was man, sag ich mal, sich auch so vorstellen kann und die Angriffsszenarien mit KI haben sich natürlich verändert. Die die Geschwindigkeiten, wie sage ich mal Angriffe passieren.

Saskia Kohlhaas:

Durch KI kann ich mir wahnsinnig viel Wissen aneignen persönlich und kann mit wenig Können vielleicht Angriffe durchführen auf Unternehmen. Und ich kann dem Thema natürlich nur begegnen in der Geschwindigkeit, indem ich uns so aufstelle, dass ich mit den gleichen Methoden dagegen arbeite und natürlich dann Tools nutze, die KI nativ in sich auch da drin sind und globale Themen überwachen und deswegen war das für uns schon immer super wichtig, weil natürlich A ein Datenschutzthema ist, das dürfen keine personenbezogenen Daten irgendwie das Unternehmen verlassen oder geteilt werden. Wir haben einen hohen Schutz unserer Kundendaten, das ist für uns super super wichtig. Ja und per se möchten wir natürlich arbeitsfähig bleiben, dass wir keinem Cyberangriff unterliegen und in dem Kontext investieren wir sehr viel auch in das Thema und arbeiten mit großen Plattformanbietern zusammen Und da gab's eine ganz ganz tolle Entwicklung, weil das Thema Codex auf der einen Seite natürlich jetzt entwickelt wird und unsere Cybersecurity Kollegen auf der anderen aber schon so eine Awareness haben, dass sie natürlich sich jetzt sehr eng mit den Kollegen verzahnen, beim Beginn der Entwicklung das Thema Security und Sicherheit mitzudenken. Ich glaube, das ist für uns super wichtig, dass eben keine Prompt Injection passieren und auf einmal die ganze Firma nicht lauffähig ist oder jemand in meinem Namen agiert, obwohl ich es gar nicht bin, gerade bei Agenten.

Saskia Kohlhaas:

Die müssen natürlich 1 Governance unterliegen, dass die die Rechte haben, die sie auch haben dürfen und auch so agieren und auch eine Authentizität besitzen im Unternehmen, ne.

Christoph Magnussen:

Wir haben da letztes Jahr immer viel von von quasi Policies geschrieben, die in den meisten Unternehmen nicht mal ausgedruckt, lesbar werden, weil die teilweise schon so veraltet sind und jetzt müssen die komplett neu geschrieben werden. Und jetzt meinte ich auch gerade prompt injection als reales Thema. Es gibt schönes Agentenbeispiel, was aktuell super gehypt wird, während wir den Podcast auf jeden Fall aufnehmen. ClaudeBot, seit gestern MoldBot, vorgestern MoldBot, weil er Anthropic geklagt hat. Und da ist es ja so, Du gibst sehr, sehr weitreichende Rechte und deswegen sollte man's bloß nicht aufm eigenen Running System aufsetzen, aber das sind sehr autonome Agenten.

Christoph Magnussen:

Und der könnte dann im eigenen Namen auch Mails verschicken und damit loslegen. Wie glaubst Du, dass wir oder auch eure Anbieter, mit denen ihr arbeitet, solche grundlegenden Probleme, die ja die Large Language Models haben, was heißt Problem? Es ist ja bei Design und bei Architektur so, dass ein Large Language Model auf die Prompts reagiert und jedes Wort macht da auch einen Unterschied. Und das über Tools zu verhindern, halte ich für ein, das ist ja ein Moving Target. Ja.

Christoph Magnussen:

Das ändert sich ja täglich. Ja. Das heißt, was ist da eure Strategie, wenn Du jetzt sagst, ja, wir haben eine Toppartner, selber aber auch. Was ist dein Blick dadrauf? Ist das generell lösbar?

Christoph Magnussen:

Es gibt Leute, die sagen, sie halten das für grundsätzlich nicht lösbar das Thema. Ich sag, der Mehrwert und Nutzen von Agents ist so hoch, wenn man's einmal erlebt hat. Wir werden dahin kommen. Es ist so wie die frühen Antivirenprogramme, wo man ständig sich irgendwas eingefangen hat im im Internet, dass ich das irgendwann weiter wegbekomme. Aber Du bist die die Profi deswegen.

Saskia Kohlhaas:

Ja, also sag mal, es ist einfach Wettlauf, Also es es kommt immer mehr und immer mehr Methoden, Tools, KI Varianten, mit denen man Angriffsszenarien fahren kann. Das Thema Agenten hast Du gesagt, wie autonom ist was, was kriege ich überhaupt mit? Ich glaube, es wird Anbieter geben, die da per se mit, sag ich mal, einsteigen. Auch wir machen jetzt Prototypen mit einem unserer Partner, genau an der Stelle bei den Agenten abgesichert zu schauen, was passiert auch, was was was bekomme ich auch mit? Und da sind wir immer natürlich sehr daran interessiert, vorne mit dabei zu sein, auch Entscheidungen mit treffen zu können, wo soll es eigentlich auch hingehen für die großen Security Anbieter.

Saskia Kohlhaas:

Das kann man nicht selber machen. Also ich sag's mal, Unternehmen unserer Größe kann nicht sagen, ich mach jetzt mal eine ganze Cybersecurity selber, so viel Geld kann man gar nicht investieren, also das muss man mit Partnern machen. Ja und das ist unsere Strategie in dem Kontext.

Christoph Magnussen:

Glaubst Du, für die privaten Use Cases, die Leute haben, ChatGPT ist einfach da, Claude ist da, Gemini und Co, dass das Vertrauen der großen Anbieter schon aus den letzten Jahrzehnten so hoch ist, dass sich da keiner eine Platte drüber macht und du glaubst, die haben das gut abgesichert oder sagst du, das ist experimentieren am offenen Herzen, was da gerade läuft?

Saskia Kohlhaas:

Wahrscheinlich zweites. So werde ich antworten. Also was ist auch das private Umfeld? Es gibt ja, sag ich mal, unsere Kinder, die wachsen damit auf. Da denke ich manchmal, ah, du musst schon überlegen, das ist jetzt keine Realität.

Saskia Kohlhaas:

Also die die kennen das gar nicht mehr anders. Dann gibt's, sag ich mal, vielleicht eine Altersgruppe, die ist gar nicht so affin mit IT und KI und trotzdem kommen sie durch das, was in unserer Umgebung und Umwelt passiert, damit in Verbindung und können gar nicht einschätzen, wie gefährlich es ist. Also ich glaube, man hat einfach schon experimentieren am offenen Herzen und gleichzeitig muss man natürlich auch immer gucken, was passiert mit seinen Daten und ich gebe es ehrlich zu, also auch ich hab sicherlich schon mal einen Link geklickt privat, wo ich dachte, das passiert mir eigentlich nicht in den letzten 20 Jahren, wo ich dachte, ich habe es rechtzeitig abgebrochen, aber wo es relativ schnell geht. Sage ich schon, experimentieren im offenen Herzen, es kommt per se sowieso. Und jetzt ist die Frage, wie gut geht man damit

Christoph Magnussen:

Wie würdest du Leuten nahelegen, die vielleicht, also nehmen wir mal ein Beispiel, du sagtest es gerade, unsere Kids wachsen damit auf. AI Infused Company, AI Native versus Digital Native. Was ist die notwendige Grundlage, ein echter AI Native zu sein, auch im Sinne von paar Sachen musst Du euch vielleicht technisch verstanden haben, auch wenn's dich stört, aber die geschwungene Klammer liest Du jetzt einfach mit Also was wäre da dein, egal ob du 8 bist oder 18 oder 80, kannst ja immer ein AI Native sein, würde sagen, ist alles unabhängig. Was bräuchte es, die Reise jetzt vernünftig mitzumachen?

Saskia Kohlhaas:

Also wenn ich jetzt mal so bisschen gucke auf die junge Generation, wir bräuchten sicherlich ein bisschen mehr Ausbildung und definitiv viel mehr Ausbildung an den Schulen und sage ich mal auch schon ganz jung anfangen, weil egal was auch in Kindergärten getan wird, das wird perspektivisch so sein, dass ich mich gar nirgends mehr anmelden kann, vielleicht für irgend eine Kindergartenfahrt, ohne dass ich irgendwas Digitales ausführe. Und ich glaub, wir brauchen wesentlich mehr Bildung und Ausbildung in sehr, sehr frühen Jahren. Jetzt geht das natürlich sehr, sehr schnell und wir haben natürlich verschiedenste Altersklassen dazwischen. Vielleicht muss es wirklich so sein auch aus Man braucht eine Experimentierfreudigkeit, aber immer auch, sage ich mal, den Menschenverstand mit einschalten. Also schon überlegen, es ist nicht alles gut, was man im Internet findet und es gibt immer auch Dinge, wo Technologie was Tolles kann, gibt es aber auch Themen, wo mit Technologie jemand jemanden schaden möchte.

Saskia Kohlhaas:

Sei es bei einem Banking Vorfall, was auch immer. Also ich glaube, man muss mutig sein auf der einen Seite, aber immer auch drüber nachdenken, bevor ich was tue und das muss ein bisschen in Fleisch und Blut übergehen. Das machen wir auch bei uns in der Firma sehr stark, also eine Awareness Kampagne, was kann eigentlich alles passieren? Irgendwann war es dann auch so weit, dass mich Kollegen angerufen haben, darf ich die E-Mail noch öffnen? Also ich sag mal vom gesamten Rahmen.

Christoph Magnussen:

Also eine Menge Anrufe,

Saskia Kohlhaas:

die in

Christoph Magnussen:

den reinkommen.

Saskia Kohlhaas:

Genau, genau. Also ich sag mal so dieses, das ist halt ein wahnsinniges Spannungsfeld zwischen, was kann ich damit tun? Was habe ich für Möglichkeiten? Wie fantastisch ist eigentlich diese Technologie? Und im Umkehrschluss gibt's natürlich immer eine Schattenseite.

Christoph Magnussen:

Stell dir vor, du bist bei dem Tag der offenen Tür in der Schule und du hast eine Stunde mit den Schülern, fünfte, sechste Klasse und du kannst frei gestalten. Aber die hören dir eine Stunde zu und können das danach umsetzen und nach der Mittagspause hast du eine Stunde mit den Eltern. Die Lehrer, die verschonen wir jetzt mal, die haben genug Arbeit zu tun. Was würdest Du mit den Schülern machen und warum? Was würdest Du mit den Eltern machen und warum in der Stunde?

Saskia Kohlhaas:

Also ich würde Kinder relativ schnell probieren lassen. Also ich glaube, sammeln, probieren, das wäre das allererste, was ich tun würde. Immer die Frage Altersklasse der Kinder, vielleicht ein bisschen theoretisch erklären worum es geht, aber lass sie probieren. Also Kinder sind per se doch so, dass sie gerne Dinge ausprobieren, die haben keine Sorgen irgendwelche Knöpfe zu drücken und zu schauen was passieren.

Christoph Magnussen:

Welches Tool würdest du dir zum Probieren geben? Hättest du da was? Preferred? Offline, online, mit Programmierung ohne?

Saskia Kohlhaas:

Ich würde erst mal ohne Programmierung starten. Das würde ich Es liegt auch nicht jedem das Thema der Programmierung. Ich würde tatsächlich mit etwas ganz Einfachem anfangen. Also wenn es wirklich ChatGPT ist in der Nutzung, Also wirklich ganz einfach im Vergleich zu Google, versuch mal A, versuch mal B, eine kleine Aufgabe stellen und auch idealerweise vielleicht einem Thema, wo man auch sieht, oh, ist vielleicht gar nicht so positiv, was da rausgekommen ist, dass man so ein bisschen aufpassen muss, oh, das versuch mal damit zu rechnen, ja? Also mit dem klassischen Modell, dann kommt nicht unbedingt was Gutes raus.

Saskia Kohlhaas:

Und bei den Eltern würde ich natürlich, würde ich bisschen anders vorgehen. Die sollten auch probieren natürlich in gewissen Art und Weise. Aber sie müssen eigentlich auch verstehen, dass man das Thema den Kindern mitgeben muss, was auch die Gefahren dabei sind. Also sag ich mal, es gibt ja nicht immer nur positive Themen.

Christoph Magnussen:

Also da würdest Du schon auch eher ins Gewissen reden und wie wie tief würdest Du die Eltern dazu nötigen, ein bisschen technischer zu werden? Ich push immer sehr hart und sag Leute, wenn ihr iPhone in der Tasche habt, dann müsst ihr auch verstehen, wie's funktioniert Und werd dann immer wieder gebremst. Aber ich ich bleib dabei, ich ich sag, es es wird halt grad technischer und wenn Du die Grundlage nicht verstehst, kannst Du die nicht weitergeben.

Saskia Kohlhaas:

Ja, ich es wird aber immer so sein, dass nicht alle die Grundlagen und die technischen verstehen, weil wenn wir mal zurückgehen und irgendwann war das Internet da, hat auch nicht jeder verstanden, wie technisches Internet versteht. Also ich glaube, dass die reine Technik, wenn man wirklich was umsetzen will, wir hatten vorhin darüber kurz gesprochen, natürlich muss ich, wenn ich heute was entwickle in einem Unternehmenskontext, ich alle Zusammenhänge wissen, was hat das für regulatorische Hintergründe, wie sind die Infrastruktur, was für ein Modell nutze ich, also und so weiter, da muss ich wesentlich mehr wissen, aber für den Standarduser wird das ist es Gebrauchsgegenstand und genauso ist es auch mit KI und es wird nie so sein, dass alle das technisch verstehen. Man muss nur, glaube ich, auch die die Vor- und Nachteile verstehen. Ich mein, auch das Thema KI ist ja nicht immer alles richtig, Deepfakes und Co. Alleine wenn ich auf Social Media unterwegs bin oder Kinder auf Social Media unterwegs sind, das ist ja auch nicht immer alles richtig und wahr, was da steht.

Saskia Kohlhaas:

Also ich glaube, das ist ein sehr wichtiger Punkt, dass man darauf auch hin geschult wird, trainiert wird, bewusst Bewusstsein dafür entwickelt, dass man immer alle technisch tief abgeholt wird. Das wär schön, aber das wird, glaube ich, schwierig.

Christoph Magnussen:

Okay... muss ich mich vielleicht zügeln. Ich versuche ich versuche auf dich zu hören, wenn ich das das nächste Mal mache. Mal gucken, ob ich mich dran halten kann. Wie ist dein Blick zwischen USA, China, Europa dazwischen? Da hatten wir schon paar Takes drauf, aber Du bist da nun an an der Schnittstelle anders als die anderen Gäst*innen, die ich hatte, weil Du halt auch gesunden Pragmatismus brauchst, sondern wir müssen auch als Company aktionsfähig bleiben und handlungsfähig bleiben.

Christoph Magnussen:

Wie guckst Du drauf, wenn Du die verschiedenen Player da auch siehst? Du hast jetzt schon paar Cloudplayer genannt. Vielleicht gibst Du uns mal bisschen deine Sicht auf die verschiedenen Unternehmen, warum welche spannend sind, warum man was aus deiner Meinung im Blick haben sollte, was man vielleicht übersieht.

Saskia Kohlhaas:

Also fangen wir vielleicht mal bisschen an. Amerika ist halt wahnsinnig schnell. Die haben irgendwie ein Umfeld geschaffen und auch sage ich mal Budgets vorhanden und auch gerade mit dem Silicon Valley, wo sie die Umgebung geschafft haben, da passiert halt wahnsinnig viel Innovation, wahnsinnig schnell und die Regulatorik ist relativ gering. Da gibt es natürlich die großen Player Google, Microsoft, AWS, aber auch sage ich mal NVIDIA als Infrastruktur oder Chiphersteller, das ist sehr, sehr amerikanisch und wahnsinnig schnell, so würde ich das sagen, wahnsinnig schnell mit viel Geld. Gucke ich jetzt mal Richtung China, die sind, die haben auch ihre großen Hyperscaler, also Huawei, Alicloud und Co.

Saskia Kohlhaas:

Die haben halt eine wahnsinnig hohe Produktivität, die sehen was und sind dann wahnsinnig schnell auch in dem adaptieren und auch mittlerweile auch sehr sehr sehr innovativ an vielen Stellen und ziehen das in der absoluten Konsequenz dann auch durch. Also das sage ich mal von von den beiden Ausrichtungen. Wenn ich jetzt Richtung Europa gucke, wir sind unglaublich eigentlich im Thema der Forschung. Wir sind wahnsinnig gut bei Modellen, bei der Entwicklung, egal wo, auch im Quantencomputing Umfeld jetzt sind wir sehr, sehr gut. Wir sind nicht so gut in der Skalierung.

Saskia Kohlhaas:

Also bringe schnell Dinge dann raus und skaliere. Wenn ich das jetzt mal auf den Unternehmenskontext bringe, wir sind viel mehr in einem Rahmenkonstrukt, sag ich mal gefangen oder umgeben, was es nicht so einfach macht, Dinge schnell zu skalieren. Also ich hab immer das Thema DSGVO, also das ist in China und USA nicht existent. Also es ist einfach riesen Thema. Sag ich mal, die Private Equity, das private Investitionsvolumen ist in den USA natürlich exorbitant höher.

Saskia Kohlhaas:

Und wir müssen es eigentlich bei uns schaffen, auch schnell in eine Skalierung kommen und das ist eigentlich mein Ziel auch bei uns, Dinge, die da sind, sehr, sehr schnell in den Nutzen zu bekommen, in den Rahmenbedingungen, in denen wir uns bewegen müssen.

Christoph Magnussen:

Hast Du das Gefühl, dass, wenn Du jetzt sagst, wir sind stark in der Forschung und da formieren sich gerade jetzt auch neue Teams, Hast du das Gefühl, es gibt ein Szenario, wo man ohne einen der großen Player aus den USA oder China agieren könnte oder sagst du, in meiner Situation, ich müsste entscheiden, wenn ich glaube, also was wäre dein strategischer Dauer?

Saskia Kohlhaas:

Also mein Wunsch wäre natürlich, dass wir in Europa superstarke Technologie herstellen. Und da gibt's ja auch, sag ich mal, Bestrebungen auch für souveräne Cloud Umgebungen und gleichzeitig, sag ich mal, sind wir natürlich spätestens bei Infrastruktur global von, sag ich mal, nicht europäischen Anbietern abhängig.

Christoph Magnussen:

Gibt man, hast Du eine Zahl, dass man sich das mal vorstellen kann für jemand, nicht in dem Bereich ist, wie viel größer infrastrukturell die USA unterwegs sind als als Europa oder so Ideen? Was da Also wenn ich jetzt, ich ich überlege gerade, NVIDIA stellt die GPUs her, die gerade jetzt immer noch schon heute gebraucht werden, das zu betreiben und ich meine, das größte KI Rechenzentrum der Welt ist Kolossus. Elon Musk hat jetzt, glaube ich, die halbe Million GPUs an Start gebracht oder hat er jetzt schon die Million, nee, er hat im Oktober, glaube ich, eine halbe Million live gehabt und plant jetzt 100.000 GPUs live. Das ist gigantisch groß. Und die letzte Zahl, die ich hab, dass wir in Deutschland planen, in den nächsten 2 Jahren 100000 GPUs laufen zu haben, so in dem Scale.

Saskia Kohlhaas:

Genau, also Du meinst auch wirklich konkret oft das Thema Infrastruktur. Also prozentual spielen wir das Stand heute kaum eine Rolle. Ich sehe schon die Bestrebung auch der großen Hyperscaler europäische Rechenzentren zu bauen, weil der europäische Markt natürlich für alle relevant ist. Gleichzeitig gibt's aber auch, sage ich mal, die Bestrebungen von von deutschen Unternehmen, auch zum Beispiel das Stackit ist ja ein Unternehmen, was eine große ja, Sovereign Cloud baut, aber die Hardware, drin ist, ist ja trotzdem jetzt nicht europäisch oder deutsch, die kommt, ne, das meinte ich vorhin, die ist ja trotzdem global kommend. Ist ein bisschen das Dilemma, weil wir es nicht selber herstellen.

Saskia Kohlhaas:

Aber faktisch haben wir nicht so wahnsinnig viele Technologieunternehmen. Es werden viele Kooperationen gemacht, sei es mal die Kooperation von SAP, Microsoft und Open AI. Also es gibt verschiedenste Varianten, die gemacht werden. Aber so richtig alleine sind wir natürlich Stand heute schwierig unterwegs. Paar gibt's natürlich, aber nicht in der Größenordnung, wie wir's auch brauchen.

Christoph Magnussen:

Die rein von den Energy Unterschieden, also China jüngste Zahl, oh, nageln wir nicht fest, packen, glaube ich, 1500 Gigawatt pro Jahr dazu. Irgendwie sone absurde Zahl.

Saskia Kohlhaas:

Absurd,

Christoph Magnussen:

ja. Irgendwie sone völlig absurde Zahl. Also Gigawatt ist son son son Kernkraftwerk. Ich glaub, Du brauchst 2 davon, son Rechenzentrum von Meta zu powern. Das ist ein, das sind solche solch absurde Zahlen.

Christoph Magnussen:

Und ich denk mir immer wieder, klar, Leute sagen, nee, das geht nicht auf und das ist alles Hype, aber ich würde sagen, gerade die amerikanischen Unternehmen, die wollen vor allem Kohle verdienen. Die würden doch ihre Kohle da nicht reinstecken, wenn da nicht wirklich klar ist, das wird auch so benutzt werden, diese Infrastruktur. Wie guckst Du drauf? Ganz nüchtern. Sagst Du, die kalkulieren sich, das ist eine fette Wette oder sagst Du, nee, man sieht schon, da ist so viel Usage da.

Saskia Kohlhaas:

Ja, das ist ja immer die Frage, wann platzt die Blase? Das hört man ja immer wieder mal.

Christoph Magnussen:

Oder ist es gar keine?

Saskia Kohlhaas:

Ist es gar keine, genau. Ist eine sehr gute Frage. Ich glaube, es ist keine Blase, weil die Technologie so stark ist und sich wahnsinnig, also wirklich eine Menge einfach verändern wird. Und das Thema Energie, gerade das wird mit 1 der zentralsten Themen. Gibt's nicht auch schon Beispiele, wo in den USA in manchen Gebieten der Strompreis so teuer ist, weil die ganzen Rechenzentren den Strom ziehen?

Saskia Kohlhaas:

Ich mein, da muss man wirklich gucken, was heißt das auch, ne? Und was bedeutet das für die Menschen dort vor Ort? Es gibt natürlich viele andere Randbedingungen in so einem Kontext, aber also eine Blase sehe ich nicht. Ich sehe halt eine wahnsinnige Veränderung und und sehe es auch positiv. Eine industrielle Revolution gab es auch und danach ist man eigentlich halt anders hervorgegangen.

Saskia Kohlhaas:

Es wird Arbeitsplätze verändern, es wird das Leben verändern, aber ich sehe es erst mal in den positiven Richtungen.

Christoph Magnussen:

Ich da Bild vor Augen. Ich hab vor ewigen Jahren Vortrag gehalten in Kiew. Hier, Du warst dabei. Und ich hab von den Saboteuren gesprochen und woher dieser Name kommt. Das waren diese Holzschuhe, die Sabots.

Christoph Magnussen:

Und die die Arbeiter, die diese Holzschuhe getragen haben, haben an einigen der mit so Bändern gearbeitet, Sachen zu ziehen und man hatte die eben, stabiler zu Und als dann die Maschinen kamen, die das übernommen haben, haben die ihre Sabots genommen, teilweise diese Maschinen zu stoppen. Also Holz zwischen zu scheinen, daher kommt der Begriff Saboteur. Und ich muss jetzt dran denken, weil vor paar Tagen immer so Tweets dann aufkamen auf X, wie Leute prompt injection versuchen zu betreiben für einige der Agents. So, das heißt, es gibt diese Leute, die hassen KI und machen's dann nicht mit und daran merkt man, wie tiefgreifend das jetzt reingeht. Wenn Du dir vorstellst, wir gehen jetzt mal fast forward, 10 Jahre weiter, Schulausbildung in Deutschland.

Christoph Magnussen:

Es gibt Beispiel in den USA, Alpha School, die machen alles, was klassisches Lehrmaterial ist, nur mit KI. Ja. Social Skills über die Menschen und die Lehrer helfen natürlich bisschen einzuordnen, aber das machen kann er auch nicht. Was würdest du sagen, wie revolutioniert das Bildung? Also das ist die wichtigste Ressource, die wir hier haben, weil ich sag mal so, den den den Rest kaufen wir ja von außen ein, hast ja selber gesagt.

Christoph Magnussen:

Kommen wir dahin oder blockieren wir uns selbst durch DSGVO?

Saskia Kohlhaas:

Gute Frage. Also ich würde mal sagen, mit KI selber, man kriegt halt so unfassbar schnell viel Wissen. Früher, ich hab mich gestern mit Kollegen darüber unterhalten, wie lange man früher recherchieren musste, wenn ich irgend eine Arbeit geschrieben hab in der Uni, ja, oder wenn ich irgendwas wissen wollte. Heute während dem Autofahren spreche ich mit der KI und lerne dabei, ja, und das ist das ist glaube ich die Geschwindigkeit, in der ich lernen kann, ist exorbitant höher und das muss passieren und wird passieren und die Verfügbarkeit ist einfach immer da. Wie wir das jetzt hier hinbekommen bei uns in Deutschland, das ist eine gute Frage.

Saskia Kohlhaas:

Ich mein, der Föderalismus hat da auch noch sein Ich würde mir schon wünschen, dass gerade sage ich mal, das Thema Vorhandensein, Verfügbarsein von Lehrinformationen sehr klar, einfach, strukturiert möglich ist und das sollte auch gar kein Problem sein. Wie der Lehrer der Zukunft aussieht, ob der vielleicht virtuell ist, muss man sehen, aber ich glaube es gibt immer noch so einen gewissen menschlichen, sag ich mal Zug und das Thema, welche Skills werden eigentlich super wichtig in der Zukunft. Wissen ist verfügbar, die KI kann eine Menge machen, sie kann Aufgaben übernehmen, aber 1 der wichtigsten Faktoren wird schon das Thema Menschsein Art zu führen und ich hab wirklich eine Studie angeguckt, auch zu denen, was sind eigentlich die Future Skills, die man eigentlich braucht, ja? Und da kamen eben auch Themen natürlich in dem Thema Wissen KI, Data Analytics, Cybersecurity, das waren, sag ich mal, so bisschen die Kernfähigkeiten, aber eben auch die menschlichen Aspekte, ja, also die super super wichtig sind.

Christoph Magnussen:

Wir haben in meinem Podcast On the Way to New Work, der andere Podcast, Folge 46 Jürgen Schmidhuber, einen der Godfather of AI, also 1 der wirklich top Köpfe. Der hat die Long Short-Term Memories (LSTM) erfunden, also 'n Teil von den neuronalen Netzen, die Milliarden von Menschen auf den Telefon benutzen jeden Tag, also das, quasi Alexa und Siri ansprechbar macht. Genau. Und werde ich nicht vergessen, das war wirklich lange vor dem AI Hype. Und dann hab ich am Ende eben was gefragt und er hat, geht in dieselbe Kerbe wie Du und sagt am Ende, ja, es sind dann die zwischenmenschlichen Skills, die bringt er seinen Kindern bei.

Saskia Kohlhaas:

Richtig.

Christoph Magnussen:

Und das war zu dem Zeitpunkt, war das echt abgefahren, weil das halt noch weit weg war, weil der beschrieb einige Aspekte, da kriegst Du heute Gänsehaut, wenn Du hörst, das war ziemlich präzise getroffen, weil er sieht natürlich die Superintelligenz dann noch noch kommt, die ja am Horizont ist. Weg vom Horizont der Superintelligenz, hin in die Realität. Jetzt sagen wir mal, diese Wissensaneignung, was Du auch gerade beschrieben hast, musst Du selber machen. Bei Thema wie zum Beispiel MCP, Model Kontext Protocol, hast Du schon angesprochen und dem Verbinden von den den LLMs, die ihr benutzen könnt mit dem Unternehmenswissen. Ja.

Christoph Magnussen:

Das, was wir im allerersten Gespräch hatten, ein eigenes RAC System, Retrieval Augmented Generation, eine Vektordatenbank. Hol mal die Kolleginnen und Kollegen ab, die nicht wissen, was das ist und wie hast Du dich selber rangesetzt? Weil Du hast es bei euch selber gemacht, Du hast teilweise selber die Daten enhanced aufbereitet. Das heißt, Du hast wahnsinnig gutes Gefühl für, was ist das eigentlich, was da passieren muss? Und warum ist das ein wertvoller Skill, sich den anzueignen als Unternehmen?

Saskia Kohlhaas:

Gut, also ich glaube, wenn man das Thema KI Modell, das ist halt Sprachmodell, ne? Das das ist trainiert mit Wissen ausm Internet und es wird immer schlauer, weil es immer besser trainiert wird. Aber jetzt habe ich zwar Wissen ausm Internet, aber ich muss ja irgendwie das Wissen aus dem Unternehmen, sage ich mal, mitverarbeiten können. Es vielleicht einfach zu erklären, die Daten, im Unternehmen verteilt sind und wir haben ja unseren Wissenspot, ja, den wir schon mal, den wir angefangen haben, ist ja im weitesten Sinne auch ein Rec Use Case, natürlich ein sehr, sehr, sehr großer, weil wir unfassbar viele Quellen angebunden haben und es ein bisschen technisch anders machen mussten, aber ich muss ja das Wissen irgendwo auch zentral zur Verfügung stellen und mit dem ich dann mit dem Modell und dem Prompt drauf zugreifen kann. Also sage ich mal, das mal versucht einfach darzustellen.

Saskia Kohlhaas:

Das macht man natürlich, indem dann die Daten an 1 Stelle in dieser Vektordatenbank abgelegt werden in 1 gewissen Logik und dann abgegriffen werden können über das Modell und den Prompt. Aber jetzt kommen natürlich noch mehr Themen dazu. Ich möchte ja auch vielleicht Fähigkeiten haben, nicht nur das Wissen und sag mal rein technisch drumrum muss ich dann entweder Tools anbinden, die vielleicht rechnen können, ja. Also sag ich mal, rechnen können Large Language Modelle nicht so gut. Also in diesem in diesem Kontext bewegt man sich da.

Christoph Magnussen:

Aber wie, aber wir hatten dadrüber gefachsimpelt, wie schwer es dann doch ist zu entscheiden, wie sehr Du die Daten vorbereiten musst, bis das funktioniert. Ich glaub, die meisten Menschen stellen sich immer noch vor, ja wieso ist das kein Problem? Wir haben das ja in der Excel Tabelle, ist ja strukturiert. Ist kein ist nichts, was Du da reinkippst oder PowerPoint, noch schlimmer. Sondern Du musst dir ja vorher wahnsinnig gut überlegen, wie Du es aufbereitest.

Christoph Magnussen:

Und ich sehe und da hatten wir auch Gäste, die schon gesagt haben, das ist tatsächlich ein Feld, das wirst Du nicht lösen. Diese Datenvor- und Aufbereitung, das, was davor kommt und sich das zu überlegen, das wirst Du nicht an der KI abgeben. Nee. Viele glauben, klar, drückst aufn Knopf von Microsoft, kann das dann, die KI macht das schon. Wenn deine Daten scheiße sind, dann kann nichts passieren.

Christoph Magnussen:

Dass Du noch mal sagst, okay, hast Du mal selber wirklich den Datensatz dir angeschaut und angeguckt, wie der nachher reingezunkelt wird, was die Überschneidungen waren, also wie tief bist Du da mal eingestiegen?

Saskia Kohlhaas:

Genau, also ich hab das sicherlich am Anfang mal gemacht, ne, einmal zu gucken, wie passiert, also was passiert eigentlich konkret? Und wir haben das dann, sag ich mal, aber so optimiert, beispielsweise wenn ich jetzt Dateien in unsere KI hochlade, das wird automatisch in eine Datenbank, sage ich mal, geschrieben. Da kümmern sich aber dann die Spezialisten nachher drum, es im Detail, sage ich mal, aufzubereiten. Was natürlich ein wichtiger Punkt ist, und was Du gesagt hast, ist das Thema Daten. Hatte ich mal auch einen Workshop, in dem war nachher irgendwie alles KI, dann geht es aber wirklich Datenqualität und die Datenqualität, also eine KI wird nämlich meine Datenqualität lösen.

Saskia Kohlhaas:

Also das ist die Grundlage, dass ich gute Daten habe, sie in 1 strukturierten Art und Weise da habe. Ja und dann zu gucken, was kommt eigentlich manchmal auch raus? Also es ist ja nicht so, dass ich mit dem ersten, mit der ersten Implementierung oder der ersten Lösung das richtige zufriedenstellende Ergebnis habe. Oder wenn ich manchmal, ich krieg ja auch Dateien geschickt, die möchte ich mal kurz der KI geben, fass es mir zusammen. Wenn das Format der Datei nicht gut ist, Du hast gerade Excel angesprochen, dann kommt auch nicht so viel Gutes raus und das war bei Copilot war das am Anfang ja so, Also da war ja Copilot in Excel war jetzt kein Highlight.

Christoph Magnussen:

Ist immer noch relativ schwierig, das

Saskia Kohlhaas:

Immer noch? Also jetzt haben Sie ein bisschen über den Analyzer ein paar Sachen verbessert, aber es ist per se nicht so gut wie vielleicht bei einem normalen Worddokument, wo Text drin ist. Das ist tatsächlich und das muss man üben und verstehen, gleichzeitig wird's natürlich immer besser. Aber die Grundlagen sind die Daten.

Christoph Magnussen:

Ich weiß noch, ich hatte einen der den die erste Folge AI to the DNA hatten wir bei Microsoft und in der Nacht davor hat Microsoft bekannt gegeben, dass sie Anthropic Modelle verwenden für Excel, weil die Modelle besser auf Excel funktionieren. Und hast Du mit auch den Teams zu tun gehabt, bevor Du dich entschieden hast für wir arbeiten mit denen und nicht mit denen, die wirklich an der Quelle der Modelle sitzen, wo Du mal Gefühl dafür bekommen hast, was das für Leute sind, wie die da hinkommen, stolpern die in die Erfolge rein oder wie nimmst Du es wahr? Weil das wird ja, es ist ja eine neue Komponente an Infrastruktur, die vorher nicht da war. Gerade für dich in deiner Rolle CIO musst du ja diese Bewertung treffen. Du hast ja selber gesagt, wir haben ja drüber gesprochen, 2,5 Millionen Modelle auf Huggingface alleine plus eine Vielzahl an Topmodellen.

Christoph Magnussen:

Die Entscheidung ist ja krass strategisch dann.

Saskia Kohlhaas:

Total, aber ich muss auch jederzeit, sage ich mal, Modell wechseln können. Also ich glaube, das ist super wichtiger Punkt. Das Gute ist, dass ich das zum Glück nicht alles selber machen muss, weil das würde ich nämlich zeitlich gar nicht schaffen, an der Stelle alle Modelle, sage ich mal, zu probieren. Und wir gucken halt immer, was ist gerade neu? Jetzt haben wir das neueste Modell von DeepSeek uns noch mal angeguckt, was kann es im Vergleich zu dem Modell oder Y.

Saskia Kohlhaas:

Dafür habe ich aber sage ich mal ein ganzes Team, die das dann machen, weil das ist wirklich wahnsinnig viel Arbeit und ich muss dann immer schauen, okay, was deployen wir auch und was kann ich überhaupt ohne Probleme deployen, weil ich sag's mal Anthropic Modelle muss ich schon wieder gucken, sind die dann in den USA gehostet, wohin senden die die Daten? Also ich muss dann schon immer auch schauen, was ist für unseren europäischen Kontext möglich.

Christoph Magnussen:

Das heißt, hab heute witzigerweise bei der Installation von Claude Code gesehen, dass du jetzt Azure nutzen kannst, Vertex oder hier Bedrock, die AWS. Das heißt, dass die das auch anbieten, also die ziehen hinterher. Das war mir nicht bewusst. Ich gehe mal davon aus, Google macht nur Vertex, also nur die eigene Infrastruktur macht ja auch Sinn. Habt ihr denn, wenn ihr Sachen testet, meinetwegen jetzt ist vor paar Tagen Kimi K2.5 rausgekommen, also auch chinesisches Modell, superschnelles Modell, habt ihr Standardcases, wo Du weißt, die nehmen wir immer wieder und legen sie übereinander, es vergleichen zu können oder ist das got feeling, jeder beginnt und kriegt Gefühl dafür und ihr trefft euch dann 'n Workshop, tauscht euch aus, wie die Eindrücke sind?

Saskia Kohlhaas:

Ich glaube, es ist aber beides, ne? Es gibt schon immer, sag ich mal, standardisierte Themen, die man immer wieder ausprobiert. Wir haben auch bei uns richtige KI Lösungen und Plattformen, die wir auch im kompletten Engineering nutzen und da kann ich nicht einfach das Modell austauschen, wenn es so hintendran fein getunt ist, dass da Ergebnisse rauskommen. Da muss ich dann wirklich anhand von Use Cases genau durch. Also es hängt immer da von dem Case ab.

Saskia Kohlhaas:

Bei dem beim Thema Kodieren, da hast Du auch immer ein gleiches Vorgehen, Du sagst, das sind meine gleichen Themen. Wenn ich aber jetzt einfach ein Modell teste, ob es jetzt mal sprachlich A oder B macht, dann machen wir es schon auch, sage ich mal, in solchen Communitys, wo die Kolleginnen und Kollegen auch dann was reintragen und das Feedback geben und sich gegenseitig austauschen und es kann auch gar nicht 1 alleine machen. Also es ist einfach so viel, so viel Neues und dann muss ich immer gucken, was kann ich natürlich im Unternehmenskontext auch dann nutzen. Und ich muss ja die Leute trainieren. Das hast Du ja auch immer noch.

Saskia Kohlhaas:

Neues Modell, auf einmal habe ich wieder ganz neue, ja ganz neue, wieso kommt jetzt da was ganz anderes raus, auf einmal bei meinem Prompt.

Christoph Magnussen:

Warum ist mein Knopf nicht mehr da, wo er war? Dein Blick auf Sprach-, also Audiomodelle, Voice, Du hast selber gesagt, Du sprichst immer Auto mit der KI. Welche Rolle spielt das auf Produktseite bei euch, aber auch intern, wo Du sagst, okay, das ist ja auch jetzt komplett neues Interface, Also gerade weil Du hast es ja von der Pike auf gelernt. Vielleicht, ja, also ich kenn's aus den Science Fiction Büchern von früher, dass das alles ging oder Night Rider, wo man sich mit dem Auto unterhalten konnte so. So bin ich als Kind groß geworden.

Christoph Magnussen:

Und heute finden meine Kinder es total normal oder eben nicht normal, dass Du dann halt mit Alexa oder sie nicht so normal sprechen kannst, aber dann mit anderen Modellen vielleicht schon. Voice Interface, Audio und auch die Komplexität dahinter, damit zu arbeiten. Hab hast Du damit Erfahrungen gemacht?

Saskia Kohlhaas:

Es ist gar nicht so einfach, muss ich sagen. Also das wir haben teilweise schon die Herausforderung, weil ich hab natürlich Smartphones, da ist es total einfach, weil da nutze ich meistens nativ auch, also sag ich mal Funktionen, die die Smartphones mitbringen. Aber das ist schon eine Herausforderung, die man hat. Einerseits, weil sich Menschen damit gar nicht so leicht tun zu sprechen, einem gewissen Alter ging mir auch so am Anfang mit, oh jetzt da reinsprechen, also das Tippen, jetzt bin ich mittlerweile ganz froh, weil es einfach schneller geht. Aber das ist eine größere Herausforderung, die wir auch haben.

Saskia Kohlhaas:

Wenn ich jetzt mal Richtung Kundenapplikationen gucke, das ist sage ich mir jetzt gar nicht so, ist jetzt gar nicht in meinem Fokus, aber was sage ich mal auch im Auto und so passiert, da ist es natürlich super super wichtig. Also ich meine jeder von uns mittlerweile, also die meisten von uns sprechen auch mit dem Auto, klappt mal besser, mal schlechter, würde ich sagen und da ist natürlich super wichtig, wenn dem Auto keine Knöpfe mehr sind, sondern alles digital ist und ich mit dem Auto spreche, aber 8 Versuche brauche, bis ich an dem an der richtigen Funktion angekommen bin, da ist die Wichtigkeit der Sprache sehr, sehr hoch.

Christoph Magnussen:

Wenn das Kontextfenster voll ist Und ich begann die KI in Großbuchstaben anzuschreien, dann stelle ich mir vor, da sitzt jemand im Auto und unterhält sich dann bei der Pannenhilfe und schreit. Das könnte spannend werden.

Christoph Magnussen:

Ja, es muss muss ja vor allem verlässlich sein, also das ist ja eure Technologien, das ist ja nicht einfach irgendwas, wo Du sagen kannst, joah, Projektmanagementtool, bei euch muss es ja extrem verlässlich sein. Klar, ich sag jetzt noch mal Luftfahrt, Raumfahrt, hast noch mal mehr, aber also denke ich jetzt nur dran, das muss halt laufen. Literally, das muss laufen und das Ganze sehr, sehr lang.

Christoph Magnussen:

Kommen auf die Zielgerade, aber ich ich bin so neu, ich will, also ich merk das richtig, ne? Also es ist gut, dass wir's jetzt endlich mal machen, weil jetzt kann ich diese ganzen Fragen loswerden, weil deswegen brauchen wir auch nicht über irgendwelche Projektthemen zu sprechen. Wie wie hältst Du die Taktung im Team hoch? Also in welcher Frequenz? Und ich denk jetzt grade dran, früher wurde halt irgendwie in meinem halben Jahr deployed und dann mal monatlich, so und heute gibt's Tausende, also Zehntausende deploys pro Tag teilweise in einigen Firmen.

Christoph Magnussen:

Wie hat sich bei euch die Taktung verändert, auch Code zu deployen?

Saskia Kohlhaas:

Also ich gehe mal bisschen zurück, sag ich mal, als ich die IT übernommen hab und da waren wir natürlich auch aus 'nem klassischen Kontext kommen von Betriebs IT.

Christoph Magnussen:

Das war

Saskia Kohlhaas:

2021, 20, so 20/21, also Betriebs IT, wie man's einfach kennt, auch mit so paar Hausaufgaben, die man noch hatte und da war unser Deploymentszirkel bestimmt nicht so schnell wie heute. Das war schon manchmal ein bisschen langsamer, wir hatten einfach noch ein paar technische Schulden und wie haben wir das geändert, weil wir auch auf eine Agilität umgestiegen sind, raus aus diesem klassischen Planbild Run hin in die Agilität und weil wir wesentlich mehr auch Software Defined gemacht haben. Früher war vielleicht auch IT mehr Hardware. Da hat man halt eine Hardware hingestellt, dann hat man wieder eine CD eingelegt und neu deployed und man hat einen bei einem Server einen neuen Server hingestellt, heute ist das ja auch alles Software Defined, ja? Also da gibt's eine Infrastruktur und der Rest drauf ist gescriptet und dieses Mindset haben wir bei uns einfach eingezogen auch, das Software Defined zu tun und dadurch erhöhe ich einfach wahnsinnig Geschwindigkeit.

Saskia Kohlhaas:

Ich hab keine keine Updatezyklen mehr, indem ich manuell überall hingehen muss oder jeden einzelnen Server ansprechen muss, sondern ich mach's halt voll automatisiert. Und wie ich das jetzt hochhalte mit den Kollegen, ich glaube, ich hab sehr viel auch Eigenverantwortung und Verantwortung in die Teams gelegt, dass sie auch den Freiraum haben, auch zu experimentieren und man kann auch mal Fehler machen und wir haben auch den einen oder anderen Fehler natürlich gemacht und haben auch dann eine andere Schlaufe, sind wir sind noch mal zurückgegangen oder haben wir's wieder komplett eingerissen. Also bei unserem bei unserer KI Plattform, da waren wir eigentlich schon fast fertig mit der neuen Version. Dann kamen die Kollegen und meinten, ich glaube, wir müssen doch noch mal einen anderen Weg gehen. Dann hat er gesagt, okay gut, dann machen wir es noch mal komplett neu.

Saskia Kohlhaas:

Also ich muss ihnen den Rahmen geben, indem sie die Flexibilität haben. Gleichzeitig muss ich trotzdem natürlich die Leistung und den Output bringen. Und ich würde sagen, aus dieser Mischung der der mehr Softwarefähigkeiten, der Agilität, aber auch der Eigenverantwortung und auch wie die Teams zusammenarbeiten, das ist echt glaube ich der Erfolgsfaktor.

Christoph Magnussen:

Codest du selbst mit Vibecoding Tools, also Codex, Claude Code, privat, ist auch privat.

Saskia Kohlhaas:

Immer nur zum Probieren?

Christoph Magnussen:

Immer nur zum Probieren, ja.

Saskia Kohlhaas:

Dann gebe ich's ab.

Christoph Magnussen:

Ich habe irgendwie schönes schönen Case, wie heißt denn die Firma, große Booking Plattform aus Indien, wo der Chef so genervt war von internen Tool und setzte sich dann ran und dann hieß es immer, ja, das dauert Monate, bis wir fertig sind, da brauchen wir 5 Leute und dann hat er's am Wochenende mit Coding Agent durchgehauen und es ist halt ein Unterschied, ob Du geiles Front End baust natürlich und ob da Infrastruktur dahinter ist, aber das hätte mich jetzt interessiert, ob Du selber manchmal das Gefühl hast, ich bau das jetzt selbst.

Saskia Kohlhaas:

Nee, also das das brauche ich auch bei mir gar nicht, muss ich wirklich sagen. Also die die Kollegen, die bei uns dann da sind, die die die haben dann die Ideen, ne, weil sie hoffentlich son Arbeitsumfeld haben, in dem sie genau das einbringen können und dann in den Communitys vorstellen können und das ist auch meine meine höchste Motivation, den Kollegen den Rahmen zu geben, weil ich kann das ja gar nicht alles selber machen, das wäre ja verrückt. Und ich möchte auch nicht meinen Mitarbeiter sagen, ich zeig dir mal, das geht und zeig dir mal, wie man jetzt entwickelt. Also ich hoffe, aus der Zeit sind wir raus. Also das ist schon 'n hohes, ja hohe Fähigkeiten, sag ich mal, in unserer Organisation, die wir geschaffen haben die letzten Jahre, genau diese Innovation zu bringen, weil ich sag mal heutzutage ist fast nichts wichtiger als Innovation zum jetzigen Zeitpunkt.

Saskia Kohlhaas:

Das war bis vor Jahr, hab ich auch in Studien gelesen, gar nicht auf den Agenten groß, sag ich mal, bei den CEOs. Jetzt haben wir halt wahnsinnigen Druck.

Christoph Magnussen:

Letzte Frage, die mir durch den Kopf geht, weil ich nicht weiß, ob du eine Idee hast, aber sie interessieren mich, als du studiert hast.

Saskia Kohlhaas:

Genau, kannst

Christoph Magnussen:

du dich erinnern, wie viele Entwickler es gab zu dem Zeitpunkt, also so ein Bauchgefühl, grobe Zahl.

Saskia Kohlhaas:

Ich sag dir natürlich jetzt nicht, wie lange das her ist, ne, als ich studiert habe.

Christoph Magnussen:

Deswegen, kannst ja auch die Zahlen nennen und damit kannst du steuern.

Saskia Kohlhaas:

Du meinst jetzt Entwickler im Studium oder Entwickler weltweit

Christoph Magnussen:

Glaube ich also wie wie groß war der Market of Developers?

Saskia Kohlhaas:

5 Millionen.

Christoph Magnussen:

Wenn wir, wenn Du heute drauf schaust und wir haben jetzt eine gewisse Anzahl an Entwicklern, könntest Du dir vorstellen, dass wir irgendwann mal, ich übertreib jetzt komplett, es gibt 5,7 Milliarden Menschen im Internet, könntest Du dir vorstellen, dass wir irgendwann mal auch 5,7 Milliarden Entwickler sind, weil durch das Anstoßen von Agents das passiert?

Saskia Kohlhaas:

Das glaube ich nicht. Also nicht alle Menschen werden genau das machen. Es wird sehr viele Spezialisten geben und viele Aufgaben geben, die natürlich dadurch sich verändern. Ich hoffe aber auch, dass es auch andere menschliche Themen noch gibt, ja, wo die Fähigkeiten auch anderweitig benötigt werden. Natürlich werden sich die Aufgaben verändern und bitte nicht für alle Themen.

Saskia Kohlhaas:

Das wäre mein Wunsch dazu. Ich glaube, es wird auch so sein. Aber die Frage ist total interessant, auch legitim, wenn es darum geht, was machen eigentlich mal die eigenen Kinder? Wenn man mal schaut, wo geht es dahin? Also nicht 5,3 Milliarden Entwickler.

Christoph Magnussen:

Schön, dass wir das heute gemacht haben. Danke, dass Du da warst.

Saskia Kohlhaas:

Danke dir, Christoph.