Warum der Mittelstand beim Thema Daten plötzlich im Vorteil ist | Claudia Pohlink, Director Data & AI (Chief Data Officer), FIEGE
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Warum der Mittelstand beim Thema Daten plötzlich im Vorteil ist | Claudia Pohlink, Director Data & AI (Chief Data Officer), FIEGE

Warum sind 80 % jedes KI-Projekts immer noch stumpfe Datenaufbereitung – und verändert sich das durch KI wirklich? Warum brauchst du in deinem Unternehmen dringender Data Engineers als noch einen weiteren KI-Experten auf LinkedIn? Und wie macht man eigentlich eine 150 Jahre alte Logistikfirma datenfähig, ohne sich in Architektur-Debatten zu verlieren?

Zu diesen und weiteren Fragen spreche ich in dieser Episode von „AI to the DNA", dem Podcast für alle, die Künstliche Intelligenz wirklich verstehen und anwenden wollen, mit Claudia Pohlink. Claudia ist Director Data & AI bei FIEGE und damit verantwortlich für Daten und KI in einem 150 Jahre alten Familienunternehmen mit 135 Standorten. Davor hat sie das Data Intelligence Center der Deutschen Bahn geleitet und bei T-Labs der Deutschen Telekom das Machine-Learning-Team verantwortet.

Diesen Podcast gibt es auch als Video-Podcast auf meinem YouTube Kanal.

Wir sprechen darüber, warum KI am Ende des Tages „eigentlich Statistik" ist und warum die klassische 80/20-Regel der Datenaufbereitung sich seit Jahrzehnten nicht verändert hat. Claudia erklärt, warum sie Data Engineering lieber mit Wasserleitungen-Verlegen vergleicht und warum Stammdaten, Governance und Architektur genau die unsexy Monkey-Arbeit sind, an der gerade die spannenden KI-Projekte scheitern.

Außerdem diskutieren wir drei typische Unternehmens-Szenarien – den Microsoft-Mittelständler, den KI-enthusiastischen Selbstbauer und den AI-Native-Startup-Gründer – und was Claudia jeweils konkret empfehlen würde. Dazu: Medaillon-Architektur, Datenkataloge, Reifegrade, die Tücken von Purview und warum man bei 50 parallelen Data Lakes irgendwann den Überblick verliert.

Darüber hinaus geht es um das, worüber in deutschen Vorständen viel zu wenig gesprochen wird: Produkt-Ownership und der Mut, eigene Datenprodukte wieder abzuschalten. Die kulturelle Hürde, Wissen im Unternehmen zu teilen statt zu besitzen. Die Abhängigkeit von US-Tools als „Drogenabhängigkeit". Und Claudias Plädoyer für ein deutsches Kaggle – inklusive der Frage aus ihrer Doktorarbeit, warum eigentlich kein Unternehmen seinen Datenschatz in der Bilanz ausweist.

Zum Abschluss sprechen wir über Bildung: warum Claudia sich Urlaub nimmt, um an Schulen VR-Brillen und kleine Roboter mitzubringen, und warum wir bei KI plötzlich den Anspruch haben, alles verstehen zu müssen – obwohl das bei Computer und Internet nie jemand verlangt hat. 

Hier bei AI to the DNA will ich, Christoph Magnussen, tiefer in die Materie KI eintauchen. Mich interessiert nicht nur, wie man KI nutzt, sondern warum sie so funktioniert, wie sie funktioniert. Mit AI to the DNA gewinnt ihr Einblicke in die Natur der Künstlichen Intelligenz und erfahrt, wie sie Teil eurer DNA wird. So werdet ihr von neugierigen Tool-Tourist:innen zu echten AI-Anwendungsweltmeister:innen.

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  • (00:00) - Intro
  • (01:32) - Daten in der Wiege: Vom Mathematiker-Elternhaus zu Fiege
  • (04:34) - „KI ist eigentlich Statistik": Daten als Fundament
  • (07:52) - Datensee und Monkey-Arbeit: Die Medaillon-Architektur
  • (10:15) - Digitale Handwerker & die 80/20-Regel
  • (11:07) - Architektur: Historisch, Realtime und die Souveränitätsfrage
  • (15:42) - Stammdaten: Die Fleißarbeit, an der keiner vorbeikommt
  • (17:16) - Szenario 1: Microsoft: Governance, Copilot und Purview
  • (25:31) - Szenario 2: Der KI-Enthusiast: Reifegrade und der Fiege Claims-Agent
  • (33:53) - Szenario 3: AI-Native: Warum du trotzdem einen Nerd brauchst
  • (39:18) - Wissen teilen: GitHub fürs Unternehmen und die Sharing-Kultur
  • (46:29) - Datenprodukte abschalten: Ownership und der Mut zur Konsequenz
  • (49:59) - Warum Mittelständler jetzt im Vorteil sind
  • (51:08) - Wem Claudia folgt: NVIDIA, Amy Webb und der Filter-Vorteil
  • (55:46) - Kids & KI: VR-Brillen, Skepsis und Medienkompetenz
  • (01:01:57) - Die 10-Millionen-Euro-Frage: Epstein-Akten, Kaggle und der Datenschatz
  • (01:08:20) - „Einfach loslegen": KI ist keine eigene Strategie